Entdeckerlust

Kálmáns «Zigeunerprimas» in einer gelungenen Einspielung aus München

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Der Mann hatte viel um die Ohren. Sechs­unddreißig Kinder im wirklichen Leben. Allerdings nur sechzehn auf der Bühne – «die unehelichen nicht eingerechnet», wie es heißt. Pali Rácz, der alte  Zigeunerprimas – im wahrsten Wortsinne –, ist der Protagonist jener Operette, die Emmerich Kálmáns Durchbruch als Bühnenkomponist im Jahre 1912 bedeutete. Rácz, dessen künstlerischer Stern im Alter zu sinken und dessen Eitelkeit äquivalent dazu zuzunehmen scheint, verlangt, dass alle nach seiner Pfeife tanzen.

Das gilt auch – und erst recht – für seinen Sohn Laczi, der im Gegensatz zu seinem ausschließlich autodidaktischen Vater eine akademische Ausbildung hinter sich hat. Schließlich kommt es zum musikalischen Duell, bei dem der Filius den besserwisserischen Papa besiegt. Das Publikum wendet sich vom Alten ab und Laczi zu.
Die Dialoge sind für diese Produktion gestrichen und durch eine Prosafassung ersetzt worden, die Sunnyi Melles mit sinnlicher, theaternaher Glaubwürdigkeit vorträgt. Wahrscheinlich ist es ihrem ungarischen Vater zu verdanken, dass sie das landessprachliche Vokabular so mühelos beherrscht. Claus-Peter Flor leitet ein farbenreiches, selbstbewusstes Münchner ...

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Opernwelt April 2005
Rubrik: Platten, Seite 57
von Christoph Vratz

Vergriffen
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