Doppel ohne Substanz
Erstaunlich lange hat Berlin auf Claudio Monteverdi warten müssen. Während der legendäre Zürcher Zyklus von Nikolaus Harnoncourt und Jean-Pierre Ponnelle an fast allen Opernhäusern Europas als Initialzündung für eine Auseinandersetzung mit den Bühnenwerken Monteverdis in historisierendem Klangbild wirkte, ging diese Welle sowohl an der geteilten wie an der wiedervereinigten Stadt vorbei: Lediglich die Komische Oper wagte 1980 eine, freilich noch von den Adaptionen des frühen 20.
Jahrhunderts geprägte «Poppea», doch ansonsten tat sich an den drei Häusern nach der Wende ebenso wenig wie davor. Selbst René Jacobs dirigierte Monteverdi in Salzburg, Köln und Innsbruck – und machte die Staatsoper, wo er sich seit 1992 um das vorklassische Repertoire kümmert, stattdessen zur Plattform für seine Barock-Ausgrabungen von Keiser und Telemann bis zu Alessandro Scarlatti. Der im letzten Jahr mit dem «Orfeo» endlich begonnene Monteverdi-Zyklus ist da schon fast eine Wiedergutmachungsaktion, auch wenn der ursprüngliche, von Jacobs gemeinsam mit Herbert Wernicke entwickelte Plan, die drei erhaltenen Monteverdi-Opern durch eine szenische Aufführung der Marienvesper zur Barock-Tetralogie zu ...
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Es hätte der Eröffnungspaukenschlag werden können für das neue Opernhaus in Kopenhagen: eine «Elektra» inszeniert von Peter Konwitschny. Man könnte kaum deutlicher internationale Ambitionen demonstrieren. Der deutsche Stargast hielt, was sein Name verspricht. Er reißt nicht nur mit sezierendem Blick eine szenische Fallhöhe vom Archaischen ins Alltägliche auf,...
Sie begann als keusche Nymphe im Gefolge der Göttin Diana. Jupiter war abendfüllend hinter ihr her, was seine Gattin in Rage brachte: Die Nymphe wurde zur Strafe in eine Bärin verwandelt. Doch mit so kleinlicher Rache wurde Jupiter schnell fertig. Er holte die Bärin nach ihrem Tod in den Himmel und ließ sie dort als Sternbild prangen. So endete Calisto unsterblich...
