Ende einer Liebe
Quadratisch, praktisch, gut: Für Gounods «Romeo und Julia», das in Schwerin erstmals zu sehen war, benützt Bühnenbildner Robert Pflanz unterschiedlich hohe Quader. Sie lassen sich für jede Szene schnell neu arrangieren und wirken doch nie banal. Gemäßigt abstrakt bringt Regisseur Arturo Gama das Werk auf die Bühne, und das tut der Oper gut. Denn wenn schon über der Shakespeare’schen Vorlage das Damoklesschwert des Kitsches schwebt, so ist das in der noch viel emotionaleren Musiktheaterversion erst recht der Fall.
Dieser Gefahr entgeht Gama, indem er sich einer allzu realistischen Bebilderung verweigert. Horizontale, gegeneinander verdrehbare Leinwände schweben über der Szene. Sie verändern ihre Konstellation entsprechend dem Arrangement der Quader, illustrieren Seelenzustände und sehen zudem gut aus. Die farbenprächtigen Kostüme von Bettina Lauer übertreiben es nicht mit der historischen Korrektheit, sie orientieren sich an Schnitten der Renaissance, aber nur in reduzierter Form.
Romeo und Julia sind die Einzigen, deren Kostüme nicht mit Ornamenten bedruckt sind. Denn sie machen sich von Konventionen frei. Leider macht sich ausgerechnet Stefan Heibach auch davon frei, die Rolle ...
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