Ende einer Ära: Wolfgang Wagner tritt ab

Opernwelt - Logo

Am 28. August ging auf dem Grünen Hügel zu Bayreuth eine Ära zu Ende: An diesem Tag wurde Wolfgang Wagner offiziell als Leiter der Festspiele verabschiedet. Achtundfünfzig Spielzeiten hatte der inzwischen 89-Jährige maßgeblich geprägt. Seit dem Tod seines Bruders Wieland 1966 beherrschte er zweiundvierzig Jahre allein das Geschehen im Festspielhaus. Insgesamt 1706 Vorstellungen gingen unter Wolfgang Wagners Oberaufsicht über die Bühne.

Unter den Gästen der Abschiedsfeier waren neben Mitarbeitern und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zahlreiche Künstler, unter anderem jene Regisseure, die die vier letzten «Ring»-Zyklen inszenierten: Patrice Ché­reau, Alfred Kirchner, Jürgen Flimm und Tankred Dorst.

Zuvor hatte der Stiftungsrat des Festivals Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier die Leitung der Bayreuther Festspiele übertragen. Die Entscheidung fiel mit 22 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen deut­licher aus, als mancher Beobachter im Vorfeld gemutmaßt hatte. Kurz vor der entscheidenden Sitzung hatte sich Mitbewerberin Nike Wagner mit Gerard Mortier einen der erfahrensten Theatermacher an ihre Seite geholt. Doch selbst ein «fulminanter Vortrag» Mortiers (so Bayreuths ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2008
Rubrik: Magazin, Seite 78
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ensemblekultur

Opernquerschnitte in deutscher Sprache waren in den Jugendjahren der Langspielplatte Grundbausteine jeder Klassiksammlung. Gesamtaufnahmen konnten sich damals nur die Besserverdienenden leisten, und eine ganze Oper zu hören, ohne auch nur ein Wort zu verstehen, galt den meisten Musikfreunden als snobistisch. So erklärt sich die Fülle von Produktionen, die im Zuge...

Geflüster im Kornfeld

Die Schreibmaschine ist schön. Weil sie Erinnerungen weckt an eine Zeit, in der Wörter noch gleichsam eingemeißelt wurden. Altes Modell, vielleicht eine Olympia aus den sechziger Jahren. Vor ihr Anna Samuil, in grauer Leinenhose und lindgrüner Bluse, im Schneidersitz, auf dem Boden hin- und herwogend wie ihre Seele. Soll ich? Soll ich nicht? Ja, sie soll. Und man...

In Bestform

«Songs My Mother Taught Me» – der Titel aus den Zigeuner-Melodien von Antonín Dvorák gehört seit Langem zu den Topoi von Primadonnen, die sich scheinbar ganz persönlich und privat  an ihre Bewunderer wenden und – im glücklichen Fall – mit einer Kunst verzaubern, die Kunst verbirgt. Es geht dabei um die essenzielle Kunst, eine Melodie zu singen und zum Leben zu...