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Berlioz: Les Troyens in der Berliner Philharmonie

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Die Urfassung von «Les Troyens» ist in den letzten Jahren mehrfach gegeben worden. Das Orchestre Révolutionnaire et Romantique, das mit einer halbszenischen, auf Requisiten weitgehend verzichtenden Aufführung in fünf Städten gastierte, darf zwar eine gewisse Ausnahmestellung beanspruchen, da die von ihm verwendeten Originalinstrumente ungewöhn -liche Klangeffekte erzeugen, doch sind die Unterschiede zu modernen Orchestern nicht allzu groß.

Man kann das auf Vergils «Aeneis» fußende Werk sowohl mit dem einen wie dem anderen Ensemble realisieren; man kann auch, muss aber nicht zwingend die gut vierstündige Originalfassung wählen. Der Jubel, den sich die Musikerinnen und Musiker in der Berliner Philharmonie erspielten, wäre bei einer kürzeren Version sicher nicht leiser ausgefallen. Erst recht nicht der Applaus für die Solisten. Dass Alice Cootes dramatischer Mezzosopran an Frische verloren hat, fiel kaum ins Gewicht; sie bot einen reizvollen Kontrast zu den vornehmer agierenden, eleganter timbrierten Lionel Lhote und Michael Spyres und behauptete sich mit ekstatischen Kassandrarufen souverän gegen das orchestrale Riesenaufgebot. Paula Murrihys lyrischer, auf die mittlere Oboenlage ...

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Opernwelt November 2023
Rubrik: Panorama, Seite 58
von Volker Tarnow

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