Ein Meisterwerk des spanischen Verismo
Wer den Namen José María Usandizaga noch nie gehört hat, braucht sich dieser Bildungslücke nicht zu schämen und hat doch etwas verpasst – was er jetzt nachholen kann. Der Schüler von Vincent d’Indy wurde mit seiner ersten Oper «Mendi Mendiyan» (Hoch in den Bergen), die 1910 in Bilbao ihre erfolgreiche Uraufführung erlebte, zum musikalischen Herold der baskischen Nationalbewegung. Fünf Jahre später starb er, erst achtundzwanzig Jahre alt, an Tuberkulose.
Dass sein früher Tod ein großer Verlust für das Musikleben nicht nur in seiner Heimat war, lässt die Ersteinspielung dieser Oper bei Marco Polo ahnen.
Wie d’Alberts «Tiefland», das auf eine spanische Vorlage zurückgeht, und Antonio Smareglias «Nozze istriane» ist «Mendi Mendiyan» ein Ableger des italienischen Verismo. Diese Verwandtschaft wird im dritten Akt am deutlichsten, wo Orgelklang und Glockengeläut sowie ausgelassenes Festtagstreiben mit Gesang und Tanz dem Ausbruch der Katastrophe vorangehen. Das Libretto beschreibt ein Schäferdrama im Hochgebirge. Die verwaiste Schäferin Andrea, die mit ihrem kleinen Bruder Txiki vom Großvater Juan Cruz großgezogen wurde, liebt den armen, aber tapferen Schäfer Joshe Mari und weist deshalb ...
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