Ohne Rücksicht

Sind die Probleme der Vlaamse Opera hausgemacht?

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Es gibt in Antwerpen einen berühmten Tiergarten. Stellen wir uns vor, dieser Zoo sei in ­finanzielle Schwierigkeiten geraten und werde alles andere als effizient verwaltet. Man kommt zu dem Schluss, dass die Probleme nur von außen zu lösen seien. Der Minister für Zoologie setzt daraufhin ­einen so genannten «Veränderungsmanager» ein. Und der schlägt nach Sichtung der Unterlagen vor: Wenn wir die Elefanten, Giraffen, Löwen und Affen verkaufen, ist der Laden wirtschaftlich wieder flott zu machen.


So ungefähr lässt sich die Situation beschreiben, in die der flämische Kulturminister Bert Anciaux und ein von ihm berufener «Veränderungsmanager» die seit geraumer Zeit finanziell angeschlagene Vlaamse Opera in Antwerpen und Gent gebracht haben. Der Hintergrund: Während der letzten vier Jahre lief in dem Haus ein Defizit von mehr als zwei Millionen Euro auf. Nun sollen, so die Absicht des Ministers, das Orchester und der Chor aufgelöst werden. Konkret: Ein Teil der Musiker könne in die beiden anderen Orchester der Region, das Flämische Radio Orchester sowie das flämische Philharmonische Orchester, wechseln. Aus diesen Klangkörpern lasse sich dann die musikalische Versorgung für das Opernhaus ...

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Opernwelt Juni 2005
Rubrik: kommentar, Seite 72
von Willem Bruls

Vergriffen
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