Ohne Rücksicht
Es gibt in Antwerpen einen berühmten Tiergarten. Stellen wir uns vor, dieser Zoo sei in finanzielle Schwierigkeiten geraten und werde alles andere als effizient verwaltet. Man kommt zu dem Schluss, dass die Probleme nur von außen zu lösen seien. Der Minister für Zoologie setzt daraufhin einen so genannten «Veränderungsmanager» ein. Und der schlägt nach Sichtung der Unterlagen vor: Wenn wir die Elefanten, Giraffen, Löwen und Affen verkaufen, ist der Laden wirtschaftlich wieder flott zu machen.
So ungefähr lässt sich die Situation beschreiben, in die der flämische Kulturminister Bert Anciaux und ein von ihm berufener «Veränderungsmanager» die seit geraumer Zeit finanziell angeschlagene Vlaamse Opera in Antwerpen und Gent gebracht haben. Der Hintergrund: Während der letzten vier Jahre lief in dem Haus ein Defizit von mehr als zwei Millionen Euro auf. Nun sollen, so die Absicht des Ministers, das Orchester und der Chor aufgelöst werden. Konkret: Ein Teil der Musiker könne in die beiden anderen Orchester der Region, das Flämische Radio Orchester sowie das flämische Philharmonische Orchester, wechseln. Aus diesen Klangkörpern lasse sich dann die musikalische Versorgung für das Opernhaus ...
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Covent Gardens neuer «Ballo in maschera» ist eine Mogelpackung. Oder, netter gesagt, ein gescheitertes Experiment. Auf dem Papier liest sich das noch viel versprechend, allerdings auch da nur auf den ersten Blick. Die Hauptpartien sind mit Karita Mattila, Marcelo Alvarez und Thomas Hampson luxuriös besetzt, alle drei geben ihr Rollendebüt. Und alle drei wären...
Einen Monat nach Italo Montemezzis erfolgreicher Uraufführung von «L’amore dei tre re» an der Mailänder Scala 1913, die jetzt als Koproduktion mit dem Theater Erfurt in Turin herauskam, sorgte Strawinskys «Sacre du Printemps» in Paris für einen Skandal. Hier wie dort gibt es ein tragisches Frauenopfer – blutrünstiges Modethema vor dem Ersten Weltkrieg. Montemezzi...
