Das Unsagbare und das Unaussprechliche

Buch des Monats: Claus-Steffen Mahnkopf sucht nach dem Wesen von Musik

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Die Frage, was Musik ist, in ihrer klanglichen wie semantischen und semiotischen Bedeutung, hat nicht nur etliche Komponisten und nachschöpferische Interpreten immer wieder beschäftigt, sondern im besonderen Maß (und mit besonderem Blick auf die geheimnisvolle Aura dieser Kunstform) auch jene (Musik-)Philosophen, denen sie am Herzen lag. Die vielleicht konziseste Charakterisierung verdanken wir Claude Lévy-Straus: «Musik ist Sprache minus Bedeutung [...] vom Sinn losgelöst und dem Laut verhaftet.

» Eine der tief- und hintergründigsten Beschreibungen hingegen stammt von Pierre Bourdieu: «Die Musik», heißt es in seinem, sich auf Kant beziehenden Tractatus logicus «Der feine Unterschied», sei «die ‹reine› Kunst schlechthin – sie sagt nicht aus, und sie hat nichts zu sagen [...] Die Musik verkörpert die radikale, die umfassende Gestalt jener Verleugnung der Welt, zumal der gesellschaftlichen, welche das bürgerliche Ethos allen Kunstformen abverlangt».

In seinem Buch mit dem eher schlichten Titel «Die Stimme der Musik» zitiert Claus-Steffen Mahnkopf den französischen Philosophen, und das nicht von ungefähr. Auch Mahnkopf sucht nach der Sprachwirklichkeit und -mächtigkeit des Klingenden, ...

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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Medien, Seite 61
von Jürgen Otten

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