Einer für alle
Selbst sein Tod geriet zum Medienereignis. Nur wenige Stunden, nachdem Luciano Pavarotti in den Morgenstunden des 6. September einem Krebsleiden erlegen war, sendeten die Radioanstalten erste Nachrufe. Am Abend desselben Tages räumten die Hauptnachrichtensendungen der Kunde von seinem Tod einen Platz ein, wie er nur wenigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gewährt wird.
Bereits zwei Tage später fand eine große Trauerfeier in der Kathedrale seiner Heimatstadt Modena statt, zu der sich eine gewaltige Menschenmenge in und vor dem Gotteshaus versammelte, darunter viele Prominente aus der Politik und dem Kulturleben. Die weltweit live vom Fernsehen übertragene Veranstaltung, eine Mischung aus Staatsbegräbnis und Pop-Event, war aber nur Teil einer vielfältigen medialen Nachbereitung von Leben und Wirken des Sängers, die vom seriösen Porträt über die Wiederholung von Fernseh-Opernproduktionen bis zur genüsslichen Ausbreitung vermeintlicher Eheprobleme und Nachlassquerelen in den Niederungen der Klatschpresse reichte und immer noch reicht.
Die meisten Opernsänger verlassen die Bühne des Lebens ohne großes öffentliches Aufsehen. Pavarottis Hinscheiden hingegen wurde mit dem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Bei Jake Heggie zeichnet sich eine neue Wertschätzung alter Tonalitätstugenden durch junge Komponisten ab. Orchestrale Sprachfähigkeit geht in seiner Oper «Dead Man Walking» einher mit betont kantablem Ausdruck. Leichter Hollywood-Sound hier und da mag von der Kenntnis des Tim-Robbins-Films herrühren. Hagen präsentierte die zweite deutsche Inszenierung nach der...
Claude Debussys einzige Oper gehört mehr als hundert Jahre nach ihrer Entstehung noch immer zu den großen Herausforderungen des Musiktheaters. Jossi Wieler und Sergio Morabito haben in ihrer zuletzt in Stuttgart gezeigten Inszenierung (siehe OW 6/2007) das am «Kreuzungspunkt von alltäglicher Rede und depressivem Schweigen» (Julia Kristeva) angesiedelte Stück...
Dass skandinavische Wagner-Stimmen die besten seien, ist ein Klischee. Oder? Zum Abschluss der Stockholmer «Ring»-Tetralogie mit «Götterdämmerung» (alias «Ragnarök») glaubt sich der Zugereiste in einen Jungbrunnen kraftschöpfender, so charaktervoller wie textverständlicher Wagner-Virtuosen versetzt.
Das liegt auch daran, dass Dirigent Gregor Bühl für die naturhaft...
