Einer flog übers Kuckucksnest
Ist es Zufall, Schicksal, gar Fügung? Jedenfalls ist da schon wieder einer mit diesem Vornamen: Sebastian. Kein Heiliger, gewiss nicht, aber das sind auch die beiden anderen Schauspiel-Regisseure nicht, die dabei sind, das Musiktheater zu revolutionieren, Sebastian Baumgarten und Sebastian Nübling.
Und fast scheint es, als ob die Gattung Oper, soeben vierhundert Jahre alt (oder jung?) geworden, geradezu gedürstet hätte nach Geistern, die – in der Nachfolge des anscheinend ermatteten Nestors Peter Konwitschny – hinter alles, was da schier unverrückbar steht in der Rezeptionsgeschichte, ein dickes Fragezeichen setzen. Und diese Kunstform auf eine Art und Weise befragen, die weit weg führt vom Kulinarischen, um aber auf verschlungenen Pfaden eben dorthin wieder zurückzukehren, nur in veränderter Gestalt (so das Stück danach verlangt). «Peter Grimes», den Baumgarten kürzlich in Dresden inszeniert hat, trug nur Partikel dieses visuell-haptischen «Vergnügens», der Stoff ist fürwahr zu trist. Nüblings «Carmen» in Stuttgart schwelgte da schon eher in satten (übersättigten) Bilderwelten. Und nun also der dritte Sebastian: Sebastian Hartmann, ab Sommer 2008 Intendant des Schauspiels ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dass das Liebesleben des nicht nur vor Liebe trunkenen Dichters Hoffmann viele Irrungen und Wirrungen kennt, das wissen wir aus Jacques Offenbachs Oper «Les Contes d’Hoffmann». Schließlich verguckt sich der Titelheld in eine aufziehbare Puppe, in eine (un)bezahlbare Kurtisane und in eine Sängerin, die sich nicht entscheiden kann zwischen ihrer Liebe zum Mann und...
Helsinki, Mitte März. Über der neuen, 1993 eröffneten Ooppera, dem lichtdurchfluteten Gebäude der Finnischen Nationaloper, strahlt die Frühlingssonne. Draußen, durch die verglaste Ostfassade gut sichtbar, glitzert der noch vereiste Töölö-See. Zwei Stunden vor der Premiere sieht man oben im Rangfoyer lauter heitere Gesichter. Aulis Sallinen, dessen 1978 im alten...
Die letzte Stunde hat geschlagen. Es ist fünf Uhr morgens. Die genaueren Daten aber verweigert Dmitri Tcherniakov in seiner Neuinszenierung von Modest Mussorgskys «Chowanschtschina» an der Bayerischen Staatsoper. Als der russische Jungstar, der in seiner Heimat gleich mehrfach zum «Opernregisseur des Jahres gekürt» wurde, vor anderthalb Jahren an der Berliner...
