«Eine Stimme ist eine Stimme»

Aribert Reimann zum 80. Geburtstag

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Es war ein Risiko, als August Everding den «Lear» des jungen Aribert Reimann an der Bayerischen Staatsoper ansetzte. Hatten nicht Berlioz, Verdi und viele andere Komponisten trotz jahrelangen Ringens ihre «Lear»-Pläne aufgeben? Ausgerechnet dieser Shakespeare als Oper? Trotz der prominenten Besetzung um Dietrich Fischer-Dieskau hätte es ein Flop werden können. Wurde es aber nicht. Vielmehr hat der «Lear» seitdem mehr als zwei Dutzend Neuproduktionen erlebt.

Er wurde trotz der enormen Herausforderung an Häusern jeder Größenordnung gespielt – von Oldenburg bis Amsterdam, von Malmö bis Dresden. Er war in San Francisco zu hören und in Japan. Und er kommt demnächst in Paris bereits zum zweiten Mal heraus.

Woran liegt das? Natürlich wäre es ungerecht und sogar unsinnig, Reimann hauptsächlich als Komponisten des «Lear» zu verstehen. Jede seiner Opern ist anders, jede hat ihr eigenes Klangidiom. Bei «Bernarda Albas Haus» zum Beispiel sind zwölf Celli die einzigen Streichinstrumente, dazu ein Flötenquartett, Klarinetten, Blech und vor allem vier präparierte Flügel, die teils als perkussive Mitte der Partitur ausgereizt werden, teils im erstickten Klang die Situation auf der Bühne übersetzen. ...

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Opernwelt März 2016
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Stephan Mösch

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