Apropos... Figur
Herr Carico, Ihr Durchbruch in Iannis Xenakis’ «Oresteia» war sängerisch begründet – aber nicht nur! Ein Szenenfoto mit freiem Oberkörper landete auf der Internet-Seite «barihunk.com» und erhielt die meisten Klicks des Jahres. Ist Ihnen das wichtig?
Ich bin wahnsinnig stolz darauf! Denn Sie wissen vielleicht nicht, dass ich vorher in kurzer Zeit 32 Kilo abgenommen hatte.
Wie bitte?!
Ja, da staunen Sie. Ich war immer ein sehr physischer Darsteller und wollte ursprünglich Schauspieler werden.
Nur war ich lange Zeit stark übergewichtig. Ich schwitzte, geriet außer Atem. Außerdem hatte ich technische Probleme beim Singen. Ich fragte mich, ob diese Probleme mit meinem Gewicht zu tun haben könnten. Außerdem wollte meine Frau, dass ich mit ihr laufen gehe. Irgendwann merkte ich: Du musst dein Leben ändern!
Wie haben Sie das geschafft?
Durch verschiedene Workout-Programme und gesündere Ernährung, wie die meisten, die erfolgreich viel abnehmen. Ein wichtiger Ansporn war auch, dass mir irgendwann klar wurde, dass ich mit meiner damaligen Figur nie Leporello verkörpern könnte – eine Rolle, die ich kürzlich an der Deutschen Oper in Berlin gesungen habe. In Amerika wurde mir die Titelrolle in dem ...
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Opernwelt März 2016
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Kai Luehrs-Kaiser
Franz Schmidts oratorisches Hauptwerk, «Das Buch mit sieben Siegeln», hat seinem Namen oft alle Ehre gemacht. Lieblings- und Problemstück in einem, wurde es früher gern mit Mozart-Tenören besetzt, die dieser Johannes-Passion eine lyrische Fragilität und enorme Subtilität abgewannen. So in dem legendären Salzburger Live-Mitschnitt mit Anton Dermota (1959 unter...
Nächstes Jahr ist Schluss. Schluss mit den anstrengenden, zeitraubenden Auftritten auf der Opernbühne. Die Marschallin will Renée Fleming noch einmal geben, in der kommenden Saison, wenn Christoph Waltz seine «Rosenkavalier»-Inszenierung aus Antwerpen an Covent Garden auffrischt (mit Andris Nelsons am Pult). Und dann ein letztes Mal an der Met. «Niemand soll sagen...
Richard Wagner war einer der ersten Komponisten, der nicht den Notentext, sondern die Aufführung als «Werk» verstand: Ein Kunstwerk, so seine Überzeugung, existiere nur dadurch, dass es «zur Erscheinung» komme. Und für das Drama sei das nun mal die Aufführung auf der Bühne. Damit unterschied sich Wagner nicht nur von starken Tendenzen der zeitgenössischen Ästhetik...
