Eine Frage der Reihenfolge

Fragen an Sandra Wilgenbusch, Referentin des Arbeitskreises Kultursponsoring, einer Initiative des ­Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.

Opernwelt - Logo

Warum ist es für Firmen interessant, Kultur zu fördern?
Zunächst muss man Kultursponsoring kurz definieren: Der Begriff wird ja oft sehr weit gefasst, wenn man dazu zum Beispiel auch Spenden oder mäzenatische Mittel zählt. Kultursponsoring ist im Gegensatz zur Spende eine Zusammenarbeit von Unternehmen und Kulturinstitutionen, in der das Unternehmen für seine finanziellen oder materiellen Leistungen an die künstlerische Einrichtung eine vorher vereinbarte Gegenleistung erhält. Ich glaube allerdings, dass diese Unterscheidung immer unwichtiger wird.

Es kommt nur darauf an, wie die Förderung vom Unternehmen kommuniziert wird: Kultursponsoring wird meist in einen größeren Kontext gehoben. Das bedeutet, Sponsoring, Spenden und andere Aktivitäten werden als Corporate Citizenship in einer einheitlichen Strategie zusammengefasst. Diese Tradition des gesellschaftlichen Engagements ist in Deutschland eine lange, wenn sie auch zunächst nicht unter diesen Begriffen bekannt war. Beste Beispiele sind deutsche Großunternehmen, die an ihren Unternehmens­stand­orten und für ihre Mitarbeiter schon sehr lange Kultur fördern und unterstützen, wie zum Beispiel in Leverkusen Bayer oder in Ludwigshafen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2006
Rubrik: Thema, Seite 40
von Robert Jungwirth

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gewalt und Leidenschaft

Er ist ein rücksichtsloser Gewaltmensch, der alternde Führer der ukrainischen Kosaken. Um sich politischen Einfluss und militärische Macht zu verschaffen, dient Mazeppa sich dem russischen Zaren an. Allerdings – sein politisches Ziel ist die Lösung der Ukraine aus der Bevormundung durch Russland und Polen. Dafür verbündet er sich selbst mit seinen Feinden – und...

Kantig bis zackig

Die legitime Erbin der von Spontini in die Welt gesetzten Vestalin war ein Erfolg sondergleichen. Doch wie so viele Werke des 19. Jahrhunderts, die den Zeitgeist trafen und das Publikum in Scharen anlockten, geriet auch Saverio Mercadantes «La Vestale» in Vergessenheit, obwohl sie nach der Uraufführung am 10. März 1840 in Neapel binnen fünf Jahren in Paris, Wien,...

Sorgfältig proportioniert

«Seichte Muse und neue Heimat» – unter diesem Motto bilanziert Ulrich Schreiber die britische Oper des 20. Jahrhunderts im unlängst erschienenen vierten Band seiner monumentalen Geschichte des Musiktheaters. In der Tat: Die Suche nach einer seit den Tagen Blows und Purcells verloren geglaubten nationalen musikalischen Identität sowie ein auch Sentimentalitäten...