Eine Delikatesse
Chanson und Chanson meint nicht dasselbe. Die Chanson ist in der Renaissance die französische Version des mehrstimmigen Madrigals, das Chanson meint im ausgehenden 19. Jahrhundert ein populäres Solo-Lied zwischen Salon, Café-concert und Kabarett. Beide finden sich auf einer so originellen wie begeisternden Doppel-CD, die das Label Alpha dem Dichter Pierre de Ronsard anlässlich seines 500. Geburtstags widmet.
Ronsard, das Haupt der Dichtergruppe der «Pléiade», war mit über vierhundert Kompositionen nicht nur der meistvertonte französische Lyriker seiner Zeit. Er selbst bestimmte seine Verse zum musikalischen Vortrag – an den Musenhöfen des Adels zum Klang einer Lyra rezitiert oder in vierstimmigen Mustersätzen gesungen, die er 1553 im Anhang von «Les Amours», einer Sammlung seiner erotischen Gedichte, abdrucken ließ. Umgekehrt sind zahlreiche Chanson-Drucke einzelner Komponisten ausschließlich seinen Texten gewidmet.
Zu dieser historisch verbürgten Aufführungspraxis lädt die Aufnahme den Hörer mit vier seiner berühmtesten Gedichte ein. Zunächst deklamiert der von der Lyra begleitete Philippe Vallepin sie in einer Rhetorik, wie sie in dieser preziösen Stilisierung kein deutscher ...
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Opernwelt November 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 36
von Uwe Schweikert
Größer könnte der Kontrast kaum sein: Auf der einen Seite Bernd Alois Zimmermanns «Requiem für einen jungen Dichter» mit seinem gigantischen Aufgebot von drei Chören, großem Orchester, Jazzband, Sängern und Tonbandeinspielungen; auf der anderen Morton Feldmans radikal reduzierte Komposition «Rothko Chapel», eine musikalische Meditation über die Gemälde von Mark...
Wie kamen Sie zur klassischen Musik?
Ich erinnere mich nicht mehr, was meine Inspiration war, ich weiß nur, dass ich als Kind zwei Dinge wollte: ein Klavier und einen Hund. Beides habe ich bekommen.
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Ich habe beides bekommen und bin dann 17 Jahre beim Klavier geblieben. Obwohl es ein Leidensweg...
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