Ein Wintermärchen

Kirill Petrenko und Christof Loy entdecken im Theater an der Wien «Intermezzo» von Richard Strauss

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Die Versöhnung findet in allerliebstem, allerkitschigstem Fis-Dur statt. «Ich werde dir nie mehr widersprechen, ich will dich auf Händen tragen», flötet die Frau Kapellmeister ihrem Gatten zu. Und nach ein paar sanft kräuselnden enharmonischen Verwechselungen fließt es weiter in der gleichen Tonart: «Du bist mein schöner, reiner, prachtvoller Mann!» Diesen schönen, reinen und prachtvollen Text hat, wie sollte es anders sein, ein schöner, reiner und prachtvoller Mann geschrieben und sich selbst gleich noch zuhörend auf die Bühne gestellt.

Auch seine Frau ist zur Opernfigur aufgestiegen und darf singen, was er im Leben womöglich gern gesprochen gehört hätte. Oder ist alles nur Fake? Das primadonnenhaft aufgemotzte Fis-Dur klingt nach großen Wahrheiten. Der Text nicht. 

Es ist diese Unverhältnismäßigkeit von Anlass und Aufwand, Inhalt und Verpackung, die Richard Strauss’ «bürgerliche Komödie» mit dem Titel «Intermezzo» von vorne bis hinten durchzieht. Ein Humor der besonderen Art – und nicht jedermanns Geschmack. Karl Kraus formulierte, was viele dachten und denken: «Eine trivialere, aber zugleich dreistere Ödigkeit dürfte wohl noch selten in die Sphäre künstlerischer Gestaltung ...

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Opernwelt Februar 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Stephan Mösch

Vergriffen
Weitere Beiträge
«Eigentlich bin ich schüchtern»

Frau Garanca, dürfen wir kurz aus einer Oper zitieren?
Ich bin gespannt. 

Also: «Stirb, Ungeheuer, durch unsere Macht!»

O Gott!

 

Denken Sie noch manchmal an jene fernen Zeiten, als Sie das gesungen haben? An das Südthüringische Theater zu Meiningen in der Saison 1999/2000?

Ja, schon. Und ich mache mir manchmal schon Gedanken, was gewesen wäre, hätte ich dieses...

Apropos... Teufel

Herr Pape, Sie haben als Knabe im Dresdner Kreuzchor oft vom Teufel singen müssen. Haben Sie als Kind auch an den Teufel geglaubt?
Ach wo, ich habe an den Teufel genauso wenig geglaubt wie an Gott. Der Teufel ist erst in mein Leben getreten, als ich ihn auf der Bühne dargestellt habe. Außerdem bevorzuge ich die Bezeichnung Mephisto. Das klingt nicht so negativ.

Ist...

Instandgesetzt

Manchmal muss eben der Brandschutz ein Machtwort sprechen, damit sich etwas bewegt. Im Wuppertaler Opernhaus wäre wohl bis heute alles beim Alten, wenn die Feuerexperten nicht eines Tages die Schließung des maroden Gebäudes angedroht hätten. Erst dann rang sich die hoch verschuldete Stadt am Rande des Bergischen Landes durch, den Bau aus den fünfziger Jahren...