Ein Wintermärchen

Kirill Petrenko und Christof Loy entdecken im Theater an der Wien «Intermezzo» von Richard Strauss

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Die Versöhnung findet in allerliebstem, allerkitschigstem Fis-Dur statt. «Ich werde dir nie mehr widersprechen, ich will dich auf Händen tragen», flötet die Frau Kapellmeister ihrem Gatten zu. Und nach ein paar sanft kräuselnden enharmonischen Verwechselungen fließt es weiter in der gleichen Tonart: «Du bist mein schöner, reiner, prachtvoller Mann!» Diesen schönen, reinen und prachtvollen Text hat, wie sollte es anders sein, ein schöner, reiner und prachtvoller Mann geschrieben und sich selbst gleich noch zuhörend auf die Bühne gestellt.

Auch seine Frau ist zur Opernfigur aufgestiegen und darf singen, was er im Leben womöglich gern gesprochen gehört hätte. Oder ist alles nur Fake? Das primadonnenhaft aufgemotzte Fis-Dur klingt nach großen Wahrheiten. Der Text nicht. 

Es ist diese Unverhältnismäßigkeit von Anlass und Aufwand, Inhalt und Verpackung, die Richard Strauss’ «bürgerliche Komödie» mit dem Titel «Intermezzo» von vorne bis hinten durchzieht. Ein Humor der besonderen Art – und nicht jedermanns Geschmack. Karl Kraus formulierte, was viele dachten und denken: «Eine trivialere, aber zugleich dreistere Ödigkeit dürfte wohl noch selten in die Sphäre künstlerischer Gestaltung ...

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Opernwelt Februar 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Stephan Mösch

Vergriffen
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