Ein Wintermärchen
Die Versöhnung findet in allerliebstem, allerkitschigstem Fis-Dur statt. «Ich werde dir nie mehr widersprechen, ich will dich auf Händen tragen», flötet die Frau Kapellmeister ihrem Gatten zu. Und nach ein paar sanft kräuselnden enharmonischen Verwechselungen fließt es weiter in der gleichen Tonart: «Du bist mein schöner, reiner, prachtvoller Mann!» Diesen schönen, reinen und prachtvollen Text hat, wie sollte es anders sein, ein schöner, reiner und prachtvoller Mann geschrieben und sich selbst gleich noch zuhörend auf die Bühne gestellt.
Auch seine Frau ist zur Opernfigur aufgestiegen und darf singen, was er im Leben womöglich gern gesprochen gehört hätte. Oder ist alles nur Fake? Das primadonnenhaft aufgemotzte Fis-Dur klingt nach großen Wahrheiten. Der Text nicht.
Es ist diese Unverhältnismäßigkeit von Anlass und Aufwand, Inhalt und Verpackung, die Richard Strauss’ «bürgerliche Komödie» mit dem Titel «Intermezzo» von vorne bis hinten durchzieht. Ein Humor der besonderen Art – und nicht jedermanns Geschmack. Karl Kraus formulierte, was viele dachten und denken: «Eine trivialere, aber zugleich dreistere Ödigkeit dürfte wohl noch selten in die Sphäre künstlerischer Gestaltung ...
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Manchmal muss eben der Brandschutz ein Machtwort sprechen, damit sich etwas bewegt. Im Wuppertaler Opernhaus wäre wohl bis heute alles beim Alten, wenn die Feuerexperten nicht eines Tages die Schließung des maroden Gebäudes angedroht hätten. Erst dann rang sich die hoch verschuldete Stadt am Rande des Bergischen Landes durch, den Bau aus den fünfziger Jahren...
Kalt scheint der Mond, und eigentlich ist er nichts anderes als eine Projektionsfläche menschlicher Sehnsucht. Irgendwann wird darin das Gesicht einer sich schminkenden Salome sichtbar, und Salome ist es denn auch, die wenig später – spärlich bekleidet, in aufreizenden Stiefeletten – die schlichte Szene des Aachener Theaters betritt: eine Paris Hilton, die nicht...
Die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres Musikdirektors Richard Hickox erreichte die Zentrale von Opera Australia (OA) in einer denkbar turbulenten Phase. Seit Wochen müssen sich Generaldirektor Adrian Colette und der OA-Vorstand unangenehme Fragen gefallen lassen. Der Unmut über die Leitung der Company, die seit 1996 neben dem weltberühmten Opernhaus in Sydney das...
