Ein Versprechen
Als Siegerin ist Elina Garança eingezogen ins Theater ihrer Heimatstadt Riga. Auf zwei Tischen vor den seitlichen Parketteingängen standen gut und gern drei Dutzend gewaltige Blumensträuße mit den Glückwünschen und Grüßen all derer, die sich der Gunst der Sängerin versichern wollten. Im Parkett der scheidende und der designierte Chef der Wiener Staatsoper, der neue Intendant der Bayerischen Staatsoper, Vertreter großer Künstleragenturen und Habitués aus Österreich, Italien und Deutschland.
Sie alle wollten Elina Garanças Debüt als Carmen erleben oder besser: den Testlauf vor der Premiere an der Wiener Staatsoper im Jahr 2010, bei der dann Anna Netrebko und Rolando Villazón die Partner sein sollen.
Andrejs Zagars, der inszenierende Chef des lettischen Hauses, verlegt die Handlung nach Kuba: Sie beginnt vor einer Zigarettenfabrik mit dem Konterfei des Maximo Lider und der Inschrift: «Siempre Heroismo y Victoria». Aus Schmugglern werden Fischer, die mit einem Schiff von der Insel fliehen wollen. Escamillo ist kein Torero, sondern ein Boxer wie Teófilo Stevenson: Egils Silins stattet ihn mit beeindruckender Verve und einem prächtigen Thorax aus (ist aber mit der tiefen Lage von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wunderkind der Moderne oder letzter Romantiker? – so lautet die Frage, die das internationale Symposion zum fünfzigsten Todestag von Erich Wolfgang Korngold in Bern gestellt hat. Unter der Leitung von Arne Stollberg präsentierten vom 13. bis 16. September über zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Räumen der Berner Hochschule der Künste eine...
Zwar ist die elektromagnetische Aufzeichnung der schärfste Feind nostalgischer Verklärung. Doch gelegentlich vermag sie die Erinnerung auch zu bestätigen. Etwa im Fall der Live-Aufnahme von Webers «Freischütz» vor 35 Jahren an der Wiener Staatsoper. Der 28. Mai 1972 war einer jener Abende, von denen man seinen Enkelkindern berichten möchte. Erstmals stand Webers...
Ein Intendanz-Auftakt der leiseren, der eher unspektakulären Art: Tatjana Gürbacas Inszenierung von György Ligetis «Le Grand Macabre», mit der Generalintendant Hans-Joachim Frey als Nachfolger von Klaus Pierwoß seine Bremer Amtszeit beginnen lässt, verzichtet auf den Paukenschlag, der mit diesem so überschäumend vitalen Werk durchaus möglich gewesen wäre, und setzt...
