Das Schöne, Wahre, Gute

Neue und neu entdeckte Opern von Tikka, Tan Dun, Albéniz und Henze auf DVD

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Zeitgeschichte und reale Lebenswelt spielen im Musiktheater unserer Tage oft nur eine marginale Rolle: Krieg der Zivilisationen, Massenarbeitslosigkeit, Naturkatastrophen – von derlei Phänomenen mögen Millionen betroffen sein, doch als Stoff, aus dem bewegende Opern zu gewinnen wären, taugen sie deshalb noch lange nicht. Statt auf der Bühne Probleme des banalen Lebens zu verhandeln, beschäftigen sich Komponisten wie Librettisten lieber mit hoher Literatur oder letzten Dingen: mit Märchen und Mythen zum Beispiel, dem Allmächtigen oder den Mysterien spiritueller Erkenntnis.

Gerade in einer entzauberten Welt, so scheint es, wächst das Bedürfnis, sich verzaubern zu lassen – und die Bereitschaft, den Zumutungen des Alltags die Verheißungen wohltemperierter Kunst-Sublimierung entgegenzusetzen.
Dass ein unerschrockener Gottesmann wie Martin Luther jüngst gleich zweimal zum Helden einer Oper avancierte, passt vor solchem Hintergrund ins Bild: Peter Aderholt verfasste sein Opus über den Wittenberger Reformator zur Eröffnung des Opernhauses in Erfurt (2003), drei Jahre zuvor war bereits in Helsinki eine klingende «Luther»-Biografie des finnischen Rautavaara-Schülers Kari Tikka uraufgeführt ...

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Opernwelt April 2005
Rubrik: Platten, Seite 58
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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Uneingeschränkte Liebe zur Oper pulst bei Naxos’ Reihe «Opera...

Am Abgrund der Pubertät

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