Ein Hoch auf die Untreue!
Aus Romanen kennt man die verräterische Versicherung: «Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.» Bloß keine Schadensersatzforderungen, alles garantiert fiktiv! Eine ähnliche Schutzbehauptung würde heute wohl auch der Oper «La libertà contenta» (Die zufriedene Freiheit) von 1693 vorausgehen, dem siebten Gemeinschaftswerk des Komponisten und Diplomaten Agostino Steffani und des Librettisten Ortensio Mauro für den Kurfürstenhof in Hannover.
Auf Deutsch heißt dieses dreiaktige Dramma in der zeitgenössischen Übersetzung von Gottlieb Fiedler – sie liegt der Aufführung zugrunde – etwas umständlich, aber eindeutig personalisiert: «Der in seiner Freiheit vergnügte Alcibiades». Dem Theater Heidelberg ist damit bei seinem Barockfest «Winter in Schwetzingen» ein weiterer Meilenstein der Steffani-Ausgrabungen gelungen, sofern die Bearbeitung des musikalischen Leiters Clemens Flick originalgetreu ist: ein Füllhorn exquisiter Arien jeder Couleur, eine satztechnisch und harmonisch reich ausgestattete Partitur und eine stringente Dramaturgie auf das überraschende Ende hin. Das sorgfältig ausgesuchte Ensemble und das äußerst spielfreudige Philharmonische Orchester Heidelberg mit der ...
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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Lotte Thaler
Die Braut trägt Weiß. Aber ist es das falsche Kleid. Es fehlen Spitzen, Rüschen und Schleppe, es fehlt das gesamte, für einen solchen Anlass notwendige Ornat. Und auch der Ort, an dem sie sich aufhält, atmet nicht jene zeremonielle Aura, die ihr die Natur zugedacht hat, um ihren geliebten Edgardo in die Arme zu schließen. Lucia di Lammermoor vegetiert, einen...
arte
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Als Intendantin habe ich die Möglichkeit, auf Impulse zu reagieren, die aus dem Ensemble kommen. Im Fall «Kassandra» wurde ich von der Schauspielerin Christina Huckle auf den Text von Christa Wolf aufmerksam gemacht: «Lass uns da was draus machen. Der Text lässt mich nicht mehr los.» Das war der Startpunkt. Als Regisseurin bin ich hauptsächlich mit den großen...
