Die Geburt der Komödie aus dem Geist der Musik

Dirigent Frank Beermann bringt Wagners «Meistersinger» in Minden zum Leuchten, Jakob Peters-Messer nimmt dem Stück alle politische Schwere

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Kleine, böse, tänzerische, mitunter fast schon walzernde Holzbläsergesten karikieren diesen sich grotesk verrennenden Mann, der ach so gern auch einmal in Liebesdingen reüssieren würde. Ein originales Lied seines hoch angesehenen Kollegen Hans Sachs müsste es doch richten können, um ihm im Sängerwettstreit um die begehrte Eva schlagende Vorteile zu verschaffen.

Er findet es in Sachsens Schusterstube, steckt es heimlich ein und erhält es dann vom vermeintlichen Urheber ganz offiziell zugeeignet, kann sich der dichtende Handwerker doch sicher sein: Beckmesser wird die Zeilen ohnehin entstellen. In der Tat mutiert der Stadtschreiber dann im Showdown auf der Festwiese zum Avantgardisten wider Willen, der die missverstandenen Verse zu köstlicher Dada-Kunst verulkt. Seine Figur aber wird geradewegs zum Vorbild für die Charakterisierung des Ochs im «Rosenkavalier». Hugo von Hofmannsthal forderte Richard Strauss während der gemeinsamen Arbeit an ihrer «Komödie für Musik» ausdrücklich auf, sich des Rollenmodells bei Richard Wagner zu versichern.

Bei Frank Beermann, der «Die Meistersinger von Nürnberg» am Stadttheater Minden mit der Nordwestdeutschen Philharmonie herrlich präzise, ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Peter Krause

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