Künstlerleben

Er ist Dirigent, Pianist, streitbarer Kulturbotschafter und ein Vollblutmusiker vor dem Herrn. Nun wird Daniel Barenboim 80. Eine Würdigung

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Ein Mann wird 80 - der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim, Orchestergründer und kämpferischer politischer Geist, dominante Autorität als Berliner Generalmusikdirektor, dessen Führungsstil Debatten hervorrief. Dagegen wirkt Barenboims unmittelbare Gegenwart ziemlich fragil. Nach überstürzter Tourneeabsage im Mai und der Rückkehr mit seinem West-Eastern Divan Orchestra nach Berlin und Salzburg hatte er für Oktober 2022 das größtmögliche Opernprojekt geplant: Richard Wagners «Ring» an der Berliner Staatsoper. Drei Zyklen, zwölf Abende en suite am Pult.

Ende August dann die Absage: «Mit großem Bedauern muss ich das Dirigat des neuen ‹Rings› an der Staatsoper aus gesundheitlichen Gründen zurückgeben. [. . .] Ich bin zutiefst traurig.» 

Seit 1992 hat Daniel Barenboim die Künstlerische Leitung der Berliner Staatsoper inne und ist Chefdirigent der Staatskapelle. Doch sein Lebensweg kannte nicht nur Konstanz. Der Sohn russisch-jüdischer Eltern, am 15. November 1942 in Buenos Aires geboren, erhielt vom Vater Klavierunterricht, mit sieben Jahren stieg er aufs Podium. Als Zehnjähriger reiste er mit den Eltern nach Europa, besuchte in Salzburg den Sommerkurs des Dirigenten Igor Markevitch, ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Würdigung, Seite 62
von Wolfgang Schreiber

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