Ein Fall für die Pickelhaube

Lalo: Le Roi d’Ys an der Opéra national du Rhin in Straßburg

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Abyssus Abyssum Invocat», schreibt Margared auf die schwarze Wand mit weißer Farbe: Ein Unheil folgt dem anderen. Die dunkle Prophezeiung der Königstochter, die Ys, ihre Stadt, wegen der Schmach einer unerwiderten Liebe schließlich an den Feind verrät, wird sich erfüllen.

Eine Oper, in der Schwarz und Weiß diametral aufeinanderprallen, ein Stück mit unverkennbaren Parallelen zu Richard Wagners gut drei Jahrzehnte älterem «Lohengrin»: Doch Édouard Lalos «Le Roi d’Ys» ist längst kein Repertoirestück mehr, daran hat auch die sorgfältig editierte Gesamtaufnahme des Palazzetto Bru Zane von 2025 nichts ändern können. Selbst die elsässische Opéra national du Rhin hatte das Opus seit sieben Jahrzehnten nicht mehr auf dem Spielplan. Nun hat sich Olivier Py der 1888 uraufgeführten «Légende bretonne» angenommen und kontextualisiert die pessimistische Weltsicht aus historischem Blickwinkel. Der französische Regisseur verlegt den archaischen Konflikt zwischen den beiden Kriegsparteien in die Entstehungszeit der Oper. Im Zentrum: die deutsch-französische Rivalität jener Zeit. Die finster-bösen Soldaten des Aggressoren Karnac (mit kraftvoll dunklem Bariton: Jean-Kristof Bouton) tragen schwarze ...

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Panorama, Seite 65
von Alexander Dick

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