Arno Declair; Selbstporträt
Ein bisschen subversiv
Nervös ist er immer noch, auch nach 20 Jahren. «Fast so, als ob ich selbst singen oder spielen müsste», sagt Arno Declair. Er steht in Reihe zwei oder drei, verfolgt die Probe durch den Sucher seiner Kamera. Mindestens 500-mal pro Abend drückt er auf den Auslöser – in der Hoffnung, dass am Ende so viele gute darunter sind, dass es für ein Programmheft reicht. «Ich habe nur diese eine Chance – und meistens nicht mehr als eine Ahnung, was mich erwartet.
»
Declair, 1959 in Köln geboren, pendelt als Theaterfotograf zwischen Hamburg, München und Berlin, wo er heute seinen Lebensmittelpunkt hat; Hamburg ist es lange gewesen. Im Musiktheater fotografiert er vor allem die abseitigen, progressiven Produktionen von Regisseuren, die sich – wie Declair selbst – im Schauspiel einen Namen gemacht haben: Jette Steckel, Falk Richter, Nicolas Stemann. «Ich habe manchmal das Gefühl, Oper kann ich gar nicht», sagt Declair ein wenig kokett – die Liste seiner Aufträge, vor allem an der Hamburgischen Staatsoper, belegt das Gegenteil.
Jedes Foto entsteht aus dem Moment heraus. «Ich sehe, was vor sich geht, versuche zu antizipieren, wie und wohin sich die Szene entwickelt. Das geht umso besser, je länger ...
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