Ein begnadeter Erzähler
Unsere Wege haben sich leider viel zu spät gekreuzt. Ich war immer voller Bewunderung für seine Arbeit, und auch er fragte mich bei dem ersten Zusammentreffen, warum es so lange gedauert habe. Das war 2016 in München, bei den Proben zu Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» an der Bayerischen Staatsoper. Da sprang eine spontane Sympathie über, die vielleicht auch aus dem Bewusstsein der gleichen Wurzeln rührte. Wir waren zwar sehr verschiedene Generationen, aber beide im gleichen politischen System der DDR erzogen und groß geworden.
Sofort zeigten sich da seine ja längst legendären Eigenschaften: Harry war zunächst einmal unglaublich gut organisiert, jede Probe perfekt vorbereitet. Alles war genauestens recherchiert und festgelegt, bis in die letzte Einzelheit. Heute wird diese Arbeit von Dramaturgen erledigt, wenn überhaupt. Für Harry kam das nicht infrage. Er war viel zu fleißig und zu klug, um diese grundlegenden Recherchen anderen zu überlassen. Doch bei aller Detailversessenheit blieb er aufgeschlossen und offen für seine Darsteller. Die Basis war seine unglaubliche Musikalität. Alles, wirklich jedes noch so winzige Element seiner Inszenierungen, entstand aus der Musik ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Abschied, Seite 34
von Anja Kampe
Märchen mögen Zufluchtsorte der Fantasie in einer unbehausten, verheißungslosen Welt sein – herzwärmend sind sie selten. Auch jenes von den Königskindern ist grausam und zugleich sehr aktuell: Das Liebespaar – ein naiv empathischer Königssohn und eine von einer Hexe aufgezogene, gleichwohl edelherzige Gänsemagd («Gutmenschen» würden die beiden heute wohl...
alpha
02.02. – 21.45 Uhr
Berlioz: Symphonie fantastique
Symphonieorchester des BR, ML: Davis
arte
02.02. – 17.30 Uhr
Beethoven bei der Folle Jounée in Nantes
Am Pult des Orchestre Philharmonique de Radio France: die chinesische Dirigentin Xian Zhang.
02.02. – 23.05 Uhr
Beethovens Neunte
«Wenn jemand von einem anderen Planeten kommt und fragt: ‹Was macht die...
Strukturelle Improvisation – diese Formel trifft ziemlich genau, was Christian Jost anstrebt, wenn er neue Musik erfindet. Vor 15 Jahren brachte die Rheinoper in Düsseldorf sein erstes abendfüllendes Musiktheater heraus: «Vipern», eine griffig konstruierte Kriminalgeschichte aus dem elisabethanischen England. Seither sind sieben weitere Arbeiten für die Bühne...
