Ein bedeutender Augenblick
Ein Bild und seine Geschichte – mit diesem Untertitel hat der Verlag Schirmer/Mosel eine Reihe von schmalen Bändchen versehen, in dem ikonische Momente der Zeitgeschichte, Kunstwerke mit außerordentlichem Subund/oder Kontext vorgestellt werden. Dazu gehören bislang etwa die von Barbara Klemm festgehaltene Öffnung des Brandenburger Tors in Berlin am 22. Dezember 1989, das kleine Gemälde «Schwäne im Schilf» von Caspar David Friedrich und das Photo von Thomas Hoepker, der nach dem Anschlag auf das New Yorker World Trade Center am 11.
September 2001 im richtigen Augenblick den Kameraauslöser betätigte und dessen Bild aus größerer Ferne Manhattan unter einer tödlichen Rauchsäule zeigt.
Gut, dass nun thematisch die Musik einbezogen wird. Das passt zum Portfolio des Verlags, der mit seinen Bildbänden zu Maria Callas und Glenn Gould höchst erfolgreiche Publikationen verbucht hat. Jetzt wird an zwei Protagonisten der musikalischen Avantgarde nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert: John Cage und Karlheinz Stockhausen. Der dokumentarische Schnappschuss (man darf das so sagen, ist doch Cage rechts im Vordergrund nicht ganz scharf erwischt worden) zeigt zwei Säulenheilige der neuen Musik im ...
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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Magazin, Seite 85
von Götz Thieme
Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» aus seinem Todesjahr 1643 hat es als einzige Oper aus der Frühzeit der Gattung zu weltweiter Popularität gebracht. Das gleichermaßen theatralisch fulminante wie respektlose Libretto mit seiner amoralischen Sex-and-Crime-Story aus dem alten Rom verabschiedet die gestelzte Mythologie und wendet sich erstmals auf der Opernbühne...
Wie fang’ ich nach der Regel an?» – so wohl mochte sich Fulvio Adamo Macciardi mit den Worten des Walther von Stolzing gefragt haben, als er seine erste Spielzeit als Intendant des Teatro di San Carlo plante. Schließlich war der Berufung des Kulturmanagers an das Traditionshaus in Neapel eine auch für italienische Verhältnisse ungewöhnlich chaotische Politposse...
Die Vorstellung ist wirklich zu schön, um wahr zu sein: «Mann und Weib und Weib und Mann / reichen an die Gottheit an.» Schon in der Bibel, wo der Herr im Himmel bekanntermaßen eine führende Rolle spielte, taten sich viele Jahrhunderte zuvor erhebliche Zweifel an Schikaneders anachronistischem Liebeskonzept auf; bei Matthäus 5, 28 finden wir sowohl den konkreten...
