Ein Avantgardist ist er nicht

Die «Musik-Konzepte» besuchen Detlev Glanert in seiner Komponier-Werkstatt

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Der Satz hat Format und einige dialektische Würze. «The past is never dead. It’s not even past». So steht es in William Faulkners 1951 erschienenem Roman «Requiem for a Nun». Auch Detlev Glanert und der Librettist Reinhard Palm stellen diese philosophisch klugen Worte in deutscher Übersetzung («das Vergangene ist niemals tot, es ist nicht einmal vergangen») dem Textbuch von Glanerts Oper «Solaris» (auf Stanislav Lem) voran.

Wenn nun Rainer Nonnenmann die Sentenz als Motto für seinen Einführungs-Essay über den 1960 geborenen Komponisten nutzt, ergibt das tieferen Sinn, beschreibt es doch in kristallisierter Form, welchem ästhetischweltanschaulichen Ideal dieser Komponist, getrieben von einer «absolut altmodischen Liebe zum Theater», zeitlebens gefolgt ist: Glanert sieht sich nicht als Revolutionär in einer zusehends zersplitterten (Klang-)Welt, sein Bestreben geht dahin, Gattungstraditionen vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert aufzugreifen und sie in moderater Manier weiterzuführen.

Die «Musik-Konzepte» würdigen den Henze-Schüler (der zuvor bei Diether de la Motte, Günter Friedrichs und Frank Michael Beyer das nötige handwerkliche Rüstzeug erwarb) nun mit einem Band, in dem sich ...

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Opernwelt November 2025
Rubrik: Medien, Seite 36
von Jürgen Otten

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