Im Spiegelkabinett
Dortmunds Oper ist in der Mitte der Stadt angekommen. Dass es seinem Intendanten Heribert Germeshausen gelungen ist, auch überregionale Aufmerksamkeit zu mobilisieren, zeigt sich bei der Saisoneröffnung mit der Premiere von Mozarts «Figaro»: Da spricht Ina Brandes, die Kultusministerin von Nordrhein-Westfalen ein Grußwort. Und Thomas Westphal, Oberbürgermeister der Stadt, schwärmt von der besten Auslastung des Opernhauses seit 25 Jahren.
Da weiß der SDP-Politiker noch nicht, dass er eine Woche später in der Stichwahl sein Amt im Herzen des einst roten Reviers einem CDU-Mann überlassen muss: Alexander Omar Kalouti, Pressechef des Theaters Dortmund. Kalouti war in dieser Funktion offenbar so überzeugend, dass die Politik aufmerksam wurde: 2020 fragte ihn der damalige OB-Kandidat der CDU, ob er seinen Wahlkampf unterstützen könne. Das alles spricht für Aufmerksamkeit und Wertschätzung des Hauses in Politik und Öffentlichkeit. Davon können viele andere Häuser nur träumen. Und erst recht von einem kulturaffinen OB.
Als sich der Vorhang hebt, blickt man in einen leeren Raum mit halbhohen Spiegelwänden. Über den Spiegeln finden sich Menschen in Rokoko-Kostümen und mit turmhohen ...
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Opernwelt November 2025
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Regine Müller
Das Drama beginnt vorschriftsgemäß. Maestoso e deciso wünschte sich Bellini den Beginn der Ouvertüre zu seiner «Norma», majestätisch und entschieden. Und genauso gehen die Musikerinnen und Musiker des Transylvania State Philharmonic Orchestra das g-Moll-Allegro an. Am Pult steht mit Pier Giorgio Morandi allerdings auch ein Experte in Sachen Belcanto, der weiß, wie...
In der Besänftigung liegt die Kraft: «This theatre is earthquake-safe», leuchtet es auf dem Übertitel-Display des Opera Palace des New National Theatre in Tokio. Eine Ansage, die in Japan wahrscheinlich reine Routine ist, erscheint an diesem Abend geradezu programmatisch. Immerhin steht uns ein Ritt durch die Hölle bevor – und wer weiß schon, ob danach noch ein...
Die Sentenz sitzt: «Unglücklich das Land, das keine Helden hat. – Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.» So hat es Bertolt Brecht einmal notiert, und so könnte auch die Überschrift zur «Lohengrin»-Inszenierung von Richard Brunel lauten, mit der Bodo Busse seine Intendanz an der Staatsoper Hannover eröffnet hat. Ein denk-würdiger Abend im besten Sinne des...
