Musikalisch stark
Es ist ein Opernabend für Fortgeschrittene, den das Theater Bremen mit seiner neuen «Butterfly»-Produktion dem Publikum präsentiert. Denn man muss das Stück schon recht genau kennen, will man den Ideen der Regisseurin und ihrer Umsetzung folgen. Puccinis Oper sei, so erklärte es Ulrike Schwab in einem Vorab-Interview, «ein Stück über Frauen und nicht nur über eine Frau». Aus diesem Gedanken heraus sei ihr Konzept mit nicht nur einer Titelheldin, sondern gleich drei Cio-Cio Sans entstanden, die den ganzen Abend gleichzeitig auf der Bühne stehen.
Und so sieht man sich auf der von Rebekka Dornhege Reyes klug konzipierten Bühne mit drei Sängerinnen konfrontiert, die unabhängig voneinander in drei voneinander getrennten Räumen agieren und jeweils Teile der Partie übernehmen.
Das mag aus feministischer Sicht sinnvoll sein. Aus musikalischer ist es das nicht. Es entstehen Momentaufnahmen, die aber keine Entwicklung einer Person ergeben. Dazu sind die Stimmcharaktere der drei Rollenvertreterinnen zu unterschiedlich: Angela Jiyoung Shin verfügt als Cio-Cio San I über einen leichten Soubrettensopran, der manchmal Schwierigkeiten hat, über das Orchester hinwegzukommen; sie hat allerdings ...
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Opernwelt November 2025
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Gerhart Asche
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