Ein Albtraum
«Das britische Volk hat gesprochen», proklamiert Atholl Swainston-Harrison in sphinxhaftem Ton. «Mit dem Ergebnis muss jetzt umgegangen werden.» China, Russland oder die USA: Als Chief Executive der International Artist Managers' Association (IAMA) hat er den Überblick über Arbeits- und Reisebedingungen auf der ganzen Welt. Wenn jemand die Folgen des Brexits für Kulturschaffende einigermaßen objektiv einordnen kann, dann ist er es. Und er lässt sich nicht lang bitten. «Unsere Branche lebt von Beweglichkeit. Der Brexit schränkt die Mobilität ein. So einfach ist das.
»
Allgemeines Chaos
Lucy Saunders, Senior Artist Manager bei Intermusica, hielt sich für sehr gut vorbereitet. «Trotzdem kämpfen wir uns seit Januar durch ein Dickicht von Ungereimtheiten. Es kommt immer wieder vor, dass der Veranstalter im EU-Ausland uns das eine sagt, die Botschaft das, der Visumsexperte etwas komplett anderes», so Saunders. «Uns bleibt dann nur die Option, auszuprobieren und auf die Gnade der Botschaften zu hoffen.» Wegen Corona reisten Künstler momentan zwar sehr viel weniger als üblich, erklärt sie, das habe allen in der Verwaltung Zeit verschafft. «Zugleich verschlimmert der Brexit die Verheerungen ...
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Opernwelt Juli 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 12
von Wiebke Roloff Halsey
Seit nunmehr zehn Jahren hält Cecilia Bartoli das Heft, besser: die Noten, der Salzburger Pfingstfestspiele in der Hand. Mit der Zeit hat sich eine richtige Familie herausgebildet, gerne langjährige Freunde der Prinzipalin, die unter einem jeweiligen Jahresmotto vier Tage lang ein klug erdachtes, einnehmend durchgestaltetes, mit allen schöpferischen Sinnen belebtes...
Worüber man im wahren Leben tunlichst schweigen sollte, davon lässt sich im Märchen trefflich erzählen. Und während Kinderfabeln mit ihren idealen Prinzessinnen und Königen als (Arche-)Typen des «Es war einmal» und «... dann leben sie noch heute» ihre zeitlosen Wahrheiten verkünden, gleichen Märchen für Erwachsene fast immer heimlichen Zeitstücken. Die geraten...
Es ist eine ruppige Romantik, die Laurence Equilbey am Pult des Insula orchestra in der deutschesten Oper des frühen 19. Jahrhunderts aufspürt. Ihre Tempi stürmen und drängen, die Artikulation ist forsch akzentuiert. Und die seinerzeit so kühnen Klangfarben sind in schärfster Deutlichkeit herausgearbeitet. Carl Maria von Weber widerfährt so eine ganz neue...
