Ein absurder Spaß
Manchen Werken der Musikgeschichte wird bescheinigt, sie würden den Geist einer Epoche konservieren. Mit Blick auf die wieder sehr in Mode gekommenen 1920er-Jahre mag das auf George Gershwins «Rhapsody in Blue» zutreffen, mit ihrem wilden Amalgam aus Jazz, Blues und klassischer Symphonik, oder auch auf dessen Tondichtung «An American in Paris», wo der Komponist noch Großstadtlärm in Form von Autohupen hinzumischt. Wer hingegen an Jazzoper denkt, dem fällt zuvorderst Ernst Kreneks «Jonny spielt auf» ein.
Dem Werk mindestens ebenbürtig und in der Wahl der künstlerischen Mittel sogar avancierter ist Bohuslav Martinůs «Die drei Wünsche oder Die Launen des Lebens», entstanden 1928/29. Martinů, der durch ein Stipendium nach Paris gereist war, dort 17 Jahre bleiben sollte und im Umfeld der Group des Six verkehrte, realisierte das Bühnenwerk mit seinem Librettisten, dem dadaistischen Dichter-Maler Georges Ribemont-Dessaignes. Zur Uraufführung gelangte diese «Filmoper» allerdings erst posthum, 1971 in Brünn. Verknappt dargestellt, geht die Dramaturgie so: Im ersten Akt wird ein Film produziert, der im zweiten zur Aufführung kommt, während der dritte Akt die von dem Ergebnis der Produktion ...
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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Werner Kopfmüller
Wer bin ich, und wie kann ich mich davor verstecken», war die Leitfrage des «Enrico», mit dem Manfred Trojahn 1991 seine Karriere als Opernkomponist begann. Dort erkennt der durch den Sturz bei einem Maskenspiel wahnsinnig gewordene Protagonist, der sich fortan für den deutschen Kaiser Heinrich IV. hält, eine einzig -artige Chance: die Rolle auch nach dem...
Sie tun es alle irgendwann, und meistens mehrfach im Jahr. Am häufigsten vielleicht Frank-Walter Steinmeier und Olaf Scholz sowie die Fußballerinnen und Fußballer mit dem deutschen Adler auf der Brust. Und nicht nur sie; fast jeder Deutsche hat sich irgendwann mal an Haydns bekanntester Melodie versucht, der früheren Kaiserhymne und dem späteren Deutschlandlied....
Stimmschön
Seit ihrem Sieg beim Operalia-Wettbewerb 2019 hat sie eine steile Karriere hingelegt. Und vor allem als Mozart-Interpretin ist Adriana González dabei in Erscheinung getreten: Sie sang Despina, Zerlina, Susanna, Contessa, Fiordiligi und glänzte in all diesen Rollen mit einer lyrisch gefüllten Stimme sowie einer staunenswerten Technik. Ein Porträt
Traditio...
