Ein absurder Spaß
Manchen Werken der Musikgeschichte wird bescheinigt, sie würden den Geist einer Epoche konservieren. Mit Blick auf die wieder sehr in Mode gekommenen 1920er-Jahre mag das auf George Gershwins «Rhapsody in Blue» zutreffen, mit ihrem wilden Amalgam aus Jazz, Blues und klassischer Symphonik, oder auch auf dessen Tondichtung «An American in Paris», wo der Komponist noch Großstadtlärm in Form von Autohupen hinzumischt. Wer hingegen an Jazzoper denkt, dem fällt zuvorderst Ernst Kreneks «Jonny spielt auf» ein.
Dem Werk mindestens ebenbürtig und in der Wahl der künstlerischen Mittel sogar avancierter ist Bohuslav Martinůs «Die drei Wünsche oder Die Launen des Lebens», entstanden 1928/29. Martinů, der durch ein Stipendium nach Paris gereist war, dort 17 Jahre bleiben sollte und im Umfeld der Group des Six verkehrte, realisierte das Bühnenwerk mit seinem Librettisten, dem dadaistischen Dichter-Maler Georges Ribemont-Dessaignes. Zur Uraufführung gelangte diese «Filmoper» allerdings erst posthum, 1971 in Brünn. Verknappt dargestellt, geht die Dramaturgie so: Im ersten Akt wird ein Film produziert, der im zweiten zur Aufführung kommt, während der dritte Akt die von dem Ergebnis der Produktion ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Werner Kopfmüller
Medea tanzt. Doch nicht im walzerseligen Dreiertakt schwebt die Zauberin über die Bühne. In ihrem heftigen Zucken wohnt der pure Zorn. Aber auch ein bisschen Traurigkeit und Verzweiflung. Denn diese Medea weiß sich (noch) keinen Rat, wie sie da durchs maschendrahtumhüllte Gehege fegt im güldenen Gewand (ist es womöglich mit dem Stoff jenes Goldenen Vlieses...
Herr Köhler, ein Kritikerkollege aus dem Schauspiel hat Sie einmal einen «Theatermacher essenzieller Zeichen» genannt. Haben Sie eine Ahnung, was er damit sagen wollte?
Es ist immer schwer, so etwas selbst einzuschätzen. Aber in meiner Auseinandersetzung mit den Stücken geht es nie um Zeichen – es beginnt immer mit dem Konzept. Sowohl im Schauspiel als auch in der...
Sie tun es alle irgendwann, und meistens mehrfach im Jahr. Am häufigsten vielleicht Frank-Walter Steinmeier und Olaf Scholz sowie die Fußballerinnen und Fußballer mit dem deutschen Adler auf der Brust. Und nicht nur sie; fast jeder Deutsche hat sich irgendwann mal an Haydns bekanntester Melodie versucht, der früheren Kaiserhymne und dem späteren Deutschlandlied....
