Editorial Opernwelt 12/25
Selten dürfte das Interesse der Kritik an einer Kinderoper so groß gewesen sein wie Ende Oktober, als an der Hamburgischen Staatsoper die Intendanz von Tobias Kratzer eröffnet wurde. Nach der Premiere von Schumanns «Das Paradies und die Peri» am Abend zuvor kauerten die Rezensenten tags darauf auf dem Boden der «Opera stabile» nebenan, um sich die «Gänsemagd» von Iris ter Schiphorst anzusehen, inszeniert ebenfalls von Kratzer.
Die ungewöhnliche Kritikerdichte dürfte vor allem mit dem Interesse zu tun gehabt haben, wie sich der regieführende Intendant im Bereich der Kinderoper schlägt (er tat es, ähnlich wie bei den Erwachsenen, mit Phantasie und Humor), weniger wohl mit der Tatsache selbst, dass am Tag nach der «großen» Premiere auch der Publikumsnachwuchs versorgt wurde. In Hamburg wird in dieser Saison noch eine weitere Produktion folgen: «Stockhausen für Kinder: Michaels Reise», eine Adaption aus Karlheinz Stockhausens Sieben-Tage-Zyklus «Licht». Die Musik des Klangrevolutionärs, aufbereitet für die junge Generation: Das scheint ein ambitioniertes, in jedem Fall ungewöhnliches Projekt zu werden. In der Saisonbroschüre sind beide Produktionen unter den Premieren des Jahres ...
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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Clemens Haustein
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