Editorial Mai 2024

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Unermüdlich wirkt der Geist, der forscht. 92 Jahre alt ist Alexander Kluge, einer der maßgeblichen Intellektuellen dieses Landes, im Februar geworden und nach wie vor mit einer Wachheit gesegnet, die sich viele jüngere (und wokere) Teilnehmer an gesellschaftspolitisch-künstlerischen Diskursen vermutlich wünschen würden. Jüngster Beleg ist ein gemeinsam mit Sonja Dierks, einer der Mitherausgeberinnen der Zeitschrift «Musik & Ästhetik», verfasster Artikel in der April-Ausgabe dieser Publikation mit der Überschrift «Pluriversum Oper».

Gleich die ersten Sätze dieses Gedankenspiels schlagen mit einer seltenen Macht in unser Bewusstsein – nicht aber, um uns zu schockieren, sondern um uns zum Nachdenken zu animieren: «Wir gehen davon aus», schreiben Dierks und Kluge, «dass der Begriff der Oper erst noch gefunden werden muss, und dass es sich lohnt, die existierenden Opernstoffe über deren Ende hinaus weiterzuerzählen. Es gibt keine Lösung für das Rätsel Oper und die Vielzahl ihrer Formmöglichkeiten. Am Ende bleibt immer eine ganz große Offenheit, ein Aufgeschlossenwordensein für ein Futur zwei, das der Umkehr des Zeitpfeils hinterhergeflogen sein wird».

Zur Begriffserklärung: ...

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Opernwelt Mai 2024
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten

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