An der Grenze des Verschwindens
Gerade noch hat Dramaturgin Sarah Grahneis umsichtig das gleich folgende Stück erklärt, mit dem Librettisten Händl Klaus über die Bedeutung des Textes wie die komplexe Musik von Georg Friedrich Haas gesprochen. Und schon geht es vom Foyer des Staatstheaters auf die Bühne und dortselbst auf eine Tribüne. Vor uns das Orchester, an den Flanken positioniert, in der Mitte eine Art Kasten. Nochmals hat die Dramaturgin einen Auftritt, denn sie muss das Sicherheitskonzept erläutern. Große Teile des Stücks spielen im Dunkeln, genauer: im Stockdunkeln.
Haas will damit spirituelle Erfahrungen ermöglichen, das Publikum gleichsam in die Situationen, Gefühlszustände hineinziehen. Doch was, wenn einem schlecht wird? Wenn sich eine Panikattacke einstellt? Sarah Grahneis weiß Rat. Fleißige Beobachter mit Nachtsichtgeräten stünden bereit und schauten auf die oft umnachteten Tribünensitzer. Wer es nicht aushalte, möge eine Hand heben, außerdem gebe es Knicklichter neben den Sitzen.
Dann geht es endlich los – und wird bald schon wirklich finster. Im Saal und im Stück. Die folgenden knapp zwei Stunden sind ganz Micha -ela gewidmet, die im Wachkoma liegt. Um sie herum wuselt Pflegepersonal, aber es ...
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Opernwelt Mai 2024
Rubrik: Panorama, Seite 58
von Jörn Florian Fuchs
Lully und sein Librettist Philippe Quinault haben die Tragédie en musique 1673 erfunden, um der klas -sischen Tragödie ihrer Zeitgenossen Corneille und Racine ein gesungenes Drama zur Seite zu stellen. 14 Werke dieser Gattung entstanden bis zu Lullys frühem Tod 1687. Keine war radikaler als «Atys», die den Titel «Königsoper» trägt, weil sie die besondere...
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen
Theater Aachen
www.theateraachen.de
- nach Britten/Samawatie, Curlew Love Songs: 4. (P), 11., 14., 16., 18. ML+C: Klomp, I: Jakob, Schmalz, Steeb, B: Gimpel, K: Krause
- Mozart, Zaïde (Fragment)/Czernowin, Adama: 5., 20.
Alt...
JUBILARE
Heinz Holliger studierte bereits während seiner Gymnasialschulzeit am Berner Konservatorium Oboe bei Émile Cassagnaud und Komposition bei Sándor Veress, als Vierzehnjähriger schrieb er erste eigene Stücke. Ab 1958 setzte er sein Studium des Klaviers und der Oboe in Paris fort, gefolgt von einem Kompositionsstudium bei Pierre Boulez an der Musikakademie in...
