Editorial März

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Manchmal ist die Dramaturgie eines Opernwelt-Heftes eine klare, vorab konzipierte Sache. Die Redaktion legt thematische Leitlinien fest, denkt über Inhalte und Textformen nach und sucht dann die entsprechenden Autoren. Manchmal ergibt sich eine solche Dramaturgie aber auch zufällig. Und sie muss deshalb keineswegs schlechter sein. So geschehen bei diesem Heft: Zwei zentrale Aufführungen ergänzen sich in ihrem Zugriff, und das Gespräch mit dem Dirigenten Hartmut Haenchen (das aus Anlass seines 70. Geburtstages geführt wurde) passt perfekt dazu.



Auf den ersten Blick scheinen Meyerbeers Vasco de Gama in Chemnitz und Thomas Hengelbrocks konzertanter Parsifal in Dortmund/Essen gar nicht viel miteinander zu tun zu haben. Im einen Fall spielt man erstmals nach der neuen kritischen Gesamtausgabe, was bedeutet, dass Meyerbeers letzte Oper fünf Stunden und zehn Minuten dauert. Im anderen Fall geht es um eine neue, alte Klanglichkeit des bekannten Notentextes: das Bühnenweihfestspiel auf historischem Instrumentarium. In beiden Fällen ist der Weg ­zurück zu den Quellen jedoch einer nach vorne. Wir lernen zum Beispiel: Meyerbeers Panorama an Szenen und Stimmungen kann sich erst entfalten, ja es ...

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Opernwelt März 2013
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch & Albrecht Thiemann

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