Editorial

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Die Schlachten waren längst geschlagen, und in Erinnerung blieben die ­Momente der Überwältigung. «Ja, so ein sieghaftes hohes C, wie’s die Mali gehabt hat, bleibt in Herz und Ohr», schrieb Hans Richter, der erste «Ring»-­Dirigent, an Amalie Materna, Wagners Brünnhilde von 1876. Der Brief stammt aus dem Jahr 1911. Da hatte Materna ihre Karriere schon fast zwanzig Jahre beendet.
Auch das sieghafte hohe C von Birgit Nilsson bleibt in Herz und Ohr derjenigen, die es live erleben durften.

Hans-Peter Lehmann, der langjährige Assistent Wieland Wagners, beschreibt es so: «Der Raum schien sich zu weiten, und man hatte das Gefühl, nicht mehr im Parkett zu sitzen, sondern zu schweben.» Fast ein Vierteljahrhundert nach dem Ende ihrer Karriere ist die große schwedische Sopranistin gestorben: mild und leise, quasi auf den Spuren der Isolde, die sie über zweihundertmal gesungen hatte. Sie starb schon am ers­ten Weih­nachtsfeiertag 2005, aber sie wollte, dass die Öffentlichkeit erst nach der Beerdigung davon erfuhr. Das ist ihr und ihrem Mann gelungen. Die Nachricht traf erst mit wochenlanger Verspätung in der Musikwelt ein. Birgit Nilsson konnte und wollte nie große Abschiede feiern. So sagte ...

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Opernwelt März 2006
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch

Vergriffen
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