Editorial 11/22

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Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, auch im Kulturbetrieb, der ja ohnehin federführend für das Fach «Glaube, Liebe, Utopien» zuständig ist. Und wohl nur so kann man jene Äußerungen verstehen, die Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), unlängst in einem Gespräch mit dem Magazin «concerti» von sich gab: An den Auslastungszahlen manch großer Sommerfestivals ließe sich, so Mertens, ablesen, dass das Publikum zur klassischen Musik zurückgekehrt sei.

Auch die Zahlen für Abonnements seien beileibe nicht so schlecht, wie man es vermuten könnte: «Die Tonhalle Düsseldorf ist mit ihren Abo-Zahlen auf Vor-Corona-Niveau angekommen, die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz konnte bei den Abonnentenzahlen ein Plus von 51% einfahren.» Wir wissen: Das ist erstaunlich, will sagen mindestens naiv, wenn nicht bemüht positiv und verkürzend in der Darstellung. Die deutschsprachigen Opern- und Konzerthäuser leiden seit Monaten unter massiven Verkaufseinbrüchen, Ausnahmen bestätigen die Regel. Vielerorts schaut man sich betroffen im halbleeren Saal um. 

Nimmt man, wie bekanntlich in den vielen Monaten der Pandemieschließung geschehen, den Menschen ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Arno Lücker

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