Droge, Faust, Sündenfall

Das Aalto-Theater zeigt zum Auftakt des Frauen-Festivals «her:voice» Louise Bertins Meisterwerk nach Goethe

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Ach ja, die Liebe. Schwierige Angelegenheit. Wer mit ihr in Berührung kommt, begibt sich unweigerlich in große Gefahr (und kommt nicht selten darin um), wer ihr ausweicht, hat etwas Wesentliches im Leben außer Acht gelassen.

Das wissen wohl auch Margarita und die Mädchen, wenn sie zu Beginn des zweiten Akts von Louise Bertins «Fausto» den Chor «Fuggite amor» anstimmen, aber so sanft, dass man den Damen kaum glaubt, was sie da singen, zumal nur wenige Minuten später jenes schwärmerischschöne Liebesquartett erklingt, dessen Worte (wie auch die musikalische Untermalung) keine Zweifel lassen, wohin der Weg führt: «Fra quell’ombra»: Komm mit mir unter diese Bäume. Und so geschieht seinesgleichen: Sie alle, nicht nur die Titelfigur, Margarita, Mefistofele und Catarina (die bei Bertin die Rolle von Goethes Marthe Schwerdtlein übernimmt) sind viel zu sehr berauscht, um nicht das Wagnis des flüchtigen Glücks zu suchen.

Ein Wagnis ist es auch, ein Stück wieder auf den Spielplan zu nehmen, das noch vor zwei Jahren kaum jemand kannte. Das Aalto-Theater Essen hat es dennoch getan und damit in gewisser Weise beinahe ein Unikum geschaffen. Mag Bertins so berührend-berückende wie burschikos ...

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Opernwelt April 2025
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Jürgen Otten

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