Drei Schwestern

Moskaus Opernhäuser präsentieren nach dem Ende des Lockdowns die bewährten Klassiker «Carmen», «Salome» und «Tosca»

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Ein bisschen duftete es nach Frühlingsanfang. Gleich mehrere Moskauer Opernhäuser präsentierten nach dem Ende des Lockdowns neue Inszenierungen. Drei der fünf großen, aufgrund geltender Hygieneregeln zur Hälfte gefüllten Musentempel griffen dabei auf bewährte Klassiker zurück. Den wohl größten Einschnitt markierte die Premiere in der Neuen Oper: Sechs Jahre lang war das Theater von einem Pianisten geleitet worden, dessen Hauptinteresse mittelmäßigen Solisten-Konzerten galt.

Mit «Carmen» dokumentierte der scheidende Chef nun ein letztes Mal sein Unvermögen: Der Regisseur Yuri Alexandrov servierte Bizets Oper als Boulevardstück mit gebauschten Röcken, vibrierenden Fächern, Kastagnetten im Orchestergraben und einer überflüssigen Gaudi-Architektur als Dekoration. Auch dem Dirigenten Alexander Samoile gelang es nicht, Bizets Geheimschrift zu entziffern. Er begnügte sich stattdessen mit musikalischen Witzchen. Unter den Solisten fiel lediglich Agunda Kulaeva als Carmen durch schönen, stilbewussten Gesang auf. Der sehr engagierte Theaterchor (Einstudierung: Julia Senjukova) bewies seine hohe Qualität. Der neue Intendant Anton Getman, der zuvor das ...

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Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Alexej Parin

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