Donizetti: Rita ou Le Mari battu

Lausanne

Opernwelt - Logo

Da streiten sich zwei Männer um eine Frau, nicht etwa, um sie zu gewinnen, sondern um sie loszuwerden. Denn die Frau ist die widerspenstige, herrschsüchtige Rita, Schankwirtin, respektive – in der Lausanner Inszenierung – Inhaberin einer zwielichtigen Strandbar. Sie hat den trotteligen Peppe geheiratet, nachdem ihr erster Ehemann, der Seemann Gasparo, für verschollen erklärt wurde. Letzterer kehrt aber überraschend zu­rück. So beginnt der Streit darüber, wer an Ritas Seite gehört, oder vielmehr, wer ihr entfliehen kann.


Eric Vigié, der neue Direktor der Lausanner Oper, setzt in der Regie auf Tempo und Spektakel, stellt den drei Solisten nicht allein den im Libretto vorgesehenen, vorwiegend stummen Kellner Bartolo als überdrehte Einstein-Parodie gegenüber, sondern obendrein einen kind­lichen Mafioso mit Leibwächter und – im Gefolge Gasparos – einen trinkfreudigen Eisbären zur Seite. Bei allem Slapstick und Spielwitz steht indes die musikalische Buffonnerie im Vordergrund, köstlich und virtuos.
Donizetti und Gustave Vaëz (Librettist der «Favoritin») hatten diese Farce 1841 geschrieben, ohne dass ein Auftrag vorlag. Der groteske Einakter mit französischen Dialogen wurde aber erst 1860 ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 50
von Hanspeter Renggli

Vergriffen
Weitere Beiträge
Massenet: Werther

Am Ende lacht Charlotte. Werthers Selbstmord bedeutet für die junge Frau ein Erwachen aus einem amou­rö­sen Alptraum. Regisseurin Kornelia Rep­schlä­ger rückt mit ihrer durchdachten Inszenierung am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin Charlottes ambivalente Gefühlslage in den Mittelpunkt.
Bei ihrem ersten Auftritt trägt Charlotte eine weiße Rüschenschürze,...

Kooperation oder Okkupation?

Die europäische Aristokratie war die Geburtshelferin der Oper. Ohne Fürsten und Könige, die Operntheater errichteten und Aufführungen finanzierten, hätte die Gattung wohl kaum ­jenen Aufschwung genommen, der ihr im 17. und 18. Jahrhundert zuteil wurde. Jeder Fürst, der etwas auf sich hielt, hatte sein eigenes Theater, in dem natürlich auch Oper gespielt wurde. Dass...

Bizarre Traumwelt

Fast zehn Jahre hat sich Pascal Dusapin für sein viertes Bühnenopus «Perelà – uomo di fumo» Zeit genommen. Und – um es vorweg zu sagen – jede Minute der ausgedehnten Inkubationsphase hat sich ausgezahlt: ein großer Wurf! In dem durch einen Roman des italienischen Futuristen Aldo Palazzeschi («Il codice di Perelà», 1911) inspirierten, 2003 an der Pariser...