Diskussion Musikkritik

1969: «Opernwelt» als Podium für eine Debatte über Musikkritik

Opernwelt - Logo

Es war viel Arbeit, aber auch ein großes Vergnügen: Als Vorbereitung für das Jubi­läumsfest und für dieses Jahrbuch haben wir alle Hefte der «Opernwelt» aus fünfzig Jahrgängen durchgesehen. Manchmal mit einer gewissen Scheu: Wie hat die Redaktion von damals auf die gesellschaftlichen Umwälzungen von 1968 reagiert? Hatte «Opernwelt» eine gute Nase für wirklich zukunftsträchtige Talente? Sind zentrale Uraufführungen und Inszenierungen richtig eingeschätzt worden? Die Antwort fiel beruhigend aus.

Natürlich sollte die Geschichte manchmal anders entscheiden als der einzelne Kritiker. Einen Verriss von Gershwins «Porgy and Bess» (als Stück!) würde heute niemand mehr drucken. Ansonsten aber war es für uns, die heutige Redaktion, beeindruckend und informativ, wie die Kollegen verschiedener Generationen die Zeitschrift auf der Höhe der Zeit gestaltet haben.

Natürlich haben sich Diktion und Inhalte gewandelt. Manche Themen begleiten «Opernwelt» aber auch durch die Jahrzehnte. Auf den folgenden Seiten sind einige Texte zusammengestellt, über die wir uns besonders gefreut oder amüsiert haben: «Opernwelt» als Rat­geber zum Beispiel. Oder als Forum für den Diskurs. Oder als Podium für eine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: 50 Jahre «Opernwelt», Seite 104
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ausblick und Rückblick

50 Jahre «Opernwelt» und «Theater heute»: Das haben wir zum Anlass genommen – nicht für einen Festakt, sondern für ein Fest. Es fand am 28. August im Berliner Schiller-Theater statt, einem Ort, der durch seine Geschichte mit dem Schauspiel und durch seine Zukunft mit der Oper verbunden ist. (Seit Oktober 2010 spielt dort die Berliner Staatsoper, danach wird ihn die...

Herr des Betriebs

Gegen Ende seiner Dienstzeit wurde Ioan Holender gefragt: «Sie sind in Österreich bekannter als die meisten Regierungsmitglieder – liegt das an der Position des Staatsoperndirektors, oder liegt es an Ihrer Persönlichkeit?» Seine Antwort: «Es liegt an den Regierungsmitgliedern». Natürlich war das kokett. Aber die Fragestellung ist keineswegs abwegig, denn der...

«Ohne Intuition geht gar nichts»

 

Frau Petersen, auf Ihrer neuen CD interpretieren Sie Liebeslieder von Robert Schumann – gemeinsam mit Anke Vondung, Werner Güra und Konrad Jarnot sowie den Pianisten Christoph Berner und Camillo Radicke. In dem Zyklus «Spanisches Liederspiel» op. 74 findet sich eine der wenigen Solo-Nummern: «Melancholie». Sie singen das, als ob Sie das Verzweifeln an der «Qual...