Die Zeit spielt mit
Der neue Leiter des Edinburgh Festivals, Jonathan Mills, hat in seiner ersten Saison prägnante Akzente gesetzt. Neben der Einführung des Schwerpunkts Alte Musik (der neue Zuhörer ins spätsommerliche Schottland lockte), verfolgte der Australier eine zentrale Programmschiene zum Thema «Vierhundert Jahre Oper».
Sie begann mit einer klassizistischen Deutung von Monteverdis «Orfeo» (Jordi Savall/Gilbert Deflo), der Wiener «Poppea»-Adaption Barrie Koskys und einer Konfrontation von Francesco Cavallis «Didone» mit dem Horrorfilm «Planet of the Vampires» in einer Produktion der Wooster Group. Konzertanten Aufführungen von Purcells «Dido and Aeneas», Vivaldis «Orlando furioso» und Strawinskys «Oedipus Rex» folgten zwei Werke, die das Verhältnis von Wort und Musik werkimmanent thematisieren: Antonio Salieris «Prima la musica, poi le parole» von 1786 und zuletzt «Capriccio», das 1775 in Paris angesiedelte «Konversationsstück für Musik» von Richard Strauss und Clemens Krauss.
Die Neuproduktion der Kölner Oper wurde von der britischen Presse nach der Premiere in Edinburgh kontrovers diskutiert. Denn wie bei «Didone» kam es zu einer Begegnung der unheimlichen Art: Regisseur Christian von ...
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