Die Wunde Welt

Anna-Sophie Mahler erhebt Puccinis «Turandot» an der Staatsoper Stuttgart zur Studie über die Gefährdung des Planeten Erde

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Possierliche Tierchen sind das, die da durch Pekings Gassen krabbeln. Eigentlich. Aber sie sind nicht echt, sondern KI-generiert. Und kreuzgefährlich. Wie gefährlich, stellt sich erst am Ende des Abends heraus (dazu gleich mehr), aber man gewinnt schon früh den Eindruck, dass diese Kreaturen aus Metall mit den blau und grün glühenden Augen und den drahtigen Beinen weder für den Himmel noch für Hoffnung stehen. Adlaten der Macht sind es, gierig nach Menschenblut.

Und stets zur Stelle, wenn es danach riecht – was es ja bekanntlich in diesem Eis-Staat die ganze Zeit tut. Etwas zugespitzt formuliert. Der Tod ist ein Meister aus China.

Doch nicht das Land im Fernen Osten hat Anna-Sophie Mahler im Sinn. Sie und ihre Ausstatterin Katrin Connan (bei den eher unauffälligen Kostümen assistiert von Pascale Martin) streben eine Stufe höher. Gleich dem ganzen Globus und dessen prekärem Zustand gilt ihre (berechtigte) Sorge. Danach sieht die Bühne auch aus. Oben und hinten ein weißer Raum mit einer offenen Tür, die ins Irgendwo zu führen scheint, so ganz klar wird das nie in den zweieinhalb Stunden. Jedenfalls ist es ein steriler Ort, an dem Liebe wohl eher nicht möglich ist, dessen Statik aber ...

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Opernwelt August 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 30
von Jürgen Otten

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