Die verliebte Teufelin

Schwarze Romantik: Michael William Balfes «Satanella» als Ersteinspielung unter Richard Bonynge

Opernwelt - Logo

Hört man «Satanella», wird man an William Schwenck Gilbert and Arthur Sullivan erinnert – nur, dass hier wohl alles todernst gemeint ist. Oder doch eher nicht? Vielleicht auch tongue in cheek? Auf jeden Fall dürften Gilbert & Sullivan in diesem Stück genügend Material für ihre Parodien der viktorianischen Oper gefunden haben, das überraschende «Happy ending» inklusive. Und Michael William Balfe jagt einem mit diesem Stück, lässt man sich darauf ein, ja auch wohlige Schauer über den Rücken.

Das Werk ist eine Spätfolge der sogenannten Schwarzen Romantik, jener Stilepoche in Literatur, Malerei und Musik, in der die Bürger am grässlichen Schicksal anderer sich erbauen konnten, ohne dass sie an ihrer Seele Schaden nahmen.

Die Vorlage, Jacques Cazottes «Le Diable amoureux», datiert aus dem Jahr 1772. Die Handlung erzählt vom Grafen Rupert, seiner Liebe zur Stiefschwester Lelia und der eifersüchtigen Prinzessin Stella, die Rupert gern für sich ­requirieren würde. Dann erscheint zu allem Überdruss auch Arimanes, der König der Dämonen, und bringt ­Satanella ins Spiel, um Rupert zu überwachen – hatte doch einer der Vorfahren des Grafen bereits einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Bei ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Augen zu und durch

Einst riet Richard Wagner dem nach Bayreuth gereisten Friedrich Nietzsche, er solle die Augen schließen und die Musik nur ­hören. Zu gern wäre man dieser Empfehlung bei der Hamburger Premiere von Rossinis «Guillaume Tell» gefolgt. Denn gegenüber der angestrengt um Gegenwartsbezüge bemühten szenischen Einrichtung von Roger Vontobel (seine erste Opernregie) und...

Theater Freiberg

Das erste deutsche Stadttheater stand   in Ulm. 1781 wurde es eröffnet, im 19. Jahrhundert mehrmals umgebaut und erweitert, doch 1944/45 verglühte das Haus im Bombenhagel. Seit 1969 residieren die Ulmer Bühnen in einem markanten Neubau von Fritz Schäfer. Deshalb kann nun das Freiberger Theater am Buttermarkt von sich behaupten, der älteste kommunale Theaterbetrieb...

Diva, Musicus, Mäzen

Die Idee zu einem Album mit Arien, die Georg Friedrich Händel für seine Londoner Primadonna Francesca Cuzzoni komponierte, ist nicht neu. Lisa Saffer und Nicholas McGegan waren 1991 wohl die Ersten, die eine solche Ariensammlung vorlegten, 2009 folgte Simone Kermes, begleitet von der Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner. Jetzt begibt sich die...