Die Verdammten

Drei maßgebliche Opern der 1920er-Jahre in einem Monat: Korngolds «Tote Stadt» in Mainz, Prokofjews «Feuriger Engel» in Bremen, Bergs «Wozzeck» in Braunschweig, Korngolds «Die tote Stadt» in Mainz

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Gott, welch Dunkel hier! Als wären wir zu Gast im Schattenreich der Nyx, wo totale Finsternis herrscht, Licht nur in seiner trübseligsten Form Zugang zu finden vermag (und singende Kinder gar keinen Zutritt haben) und wo nun auch die Untoten das Sagen haben. Schon vor dem ersten Ton sieht man sie hin und her schleichen um die «Kirche des Gewesenen» – entleerte Seelen, die längst alle Hoffnung haben fahren lassen, mit weißen Masken und Totengräberkleidern, denen sich später ein Chor aus bleichen Sängerinnen und Sängern hinzugesellen wird.

Ein Wunder ist es nicht: In der Stadt des Todes können schöne Gefühle kaum gedeihen, und wenn sie es dann doch einmal tun, dann nur für wenige Augen -blicke. Die Möglichkeit der Liebe, sie existiert im Grunde kaum in diesen «heiligen» Hallen, zumindest nicht am Staatstheater Mainz, wo Korngolds Geniestreich 125 Jahre nach der doppelten Uraufführung (in Hamburg und Köln) erstmals überhaupt zu bestaunen ist.

Die Ausstatter Timo Dentler und Okarina Peter haben auf die Bühne des Staatstheaters ein schiefes Holzhaus gesetzt, das seine Hermetik bald aufgibt, weil sich die einzelnen Teile selbstständig machen und wie magische Module durch den Raum ...

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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Jürgen Otten

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