Die reine Lust

Regula Mühlemann und das Kammerorchester Basel beleben Bravour-Arien von Mozart

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Gibt es so etwas überhaupt? Eine «freundliche Einsamkeit» und «amouröse Brisen»? Nun ja, bei Wolfgang Amadé Mozart schon, genauer: in jenem zartgliedrigen, leuchtend-verträumten Accompagnato-Rezitativ aus «Idomeneo», das über einem liegenden A-Dur-Akkord anhebt und in der Folge einen samtenen Teppich aus sordinierten Streichern und Klarinetten webt, darauf die verliebte Ilia ihrem Begehren freien Lauf lässt – mit einer elegant verzierten Melodie im Menuett-Rhythmus und federleichten Läufen.

Ein wunderbareres musikalisches Bild für jene schmeichelnden Zephirwinde, die Ilias Liebesgrüße zu ihrem Geliebten Idamante tragen sollen, wäre kaum denkbar.

Regula Mühlemann überbringt die Botschaft auf ihrer zweiten Mozart-CD mit Hingabe und staunenswerter Präzision, ohne jegliche Attitüde. Frei und ungekünstelt strömt ihr Sopran schon in diesem Rezitativ dahin, und auch im anschließenden E-Dur-Arioso erhält sich die Schweizerin ihre Natürlichkeit, die gepaart ist mit einer höchst kultivierten Diktion, akkuratester Phrasierung und einer stupenden Koloraturtechnik, die sie aber nie zum Selbstzweck einsetzt, sondern stets mit Blick auf die semantischen Bezüge der Arie. Im Mittelteil «E voi ...

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Opernwelt November 2020
Rubrik: CD des Monats, Seite 19
von Jürgen Otten

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