Die pure Energie
Frau Chevalier, Sie kommen gerade aus Wien, wo Sie am Theater an der Wien die Titelrolle in Peter Konwitschnys Inszenierung von Massenets «Thaïs» verkörpert haben. Die Premiere konnte wegen Corona nicht vor Publikum stattfinden. Was macht das mit Ihnen? Und ergibt eine «Thaïs» vor leerem Saal überhaupt Sinn, wo keiner da ist, für den Sie das machen?
Eine interessante Frage. Als das Virus vor gut einem Jahr nach Europa überschwappte, war ich ebenfalls in Wien und probte am selben Ort mit dem Regisseur Christoph Waltz Beethovens «Fidelio».
Es war mein Rollendebüt – und vermutlich die erste und letzte Hosenrolle, die ich in meinem Leben gesungen haben werde. Natürlich hatten wir alle von Corona gehört, aber ich hätte damals nicht gedacht, dass es wirklich ein Problem für uns werden könnte; es war so fern. Und dann, wie aus heiterem Himmel, erhielten wir bei der Sitzprobe die Nachricht, es sei unklar, ob die «Fidelio»-Vorstellungen überhaupt stattfinden könnten. Es war ein Schock. Dennoch absolvierten wir unsere Endproben wie gehabt. Sie dürfen nicht vergessen, dass wir Sänger ja auch Athleten sind. Wochenlang beschäftigt man sich ausgiebig mit der Musik, mit dem Text; man versucht, ...
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Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Interview, Seite 38
von Jürgen Otten
Angefangen hat es mit einem Schauspieler und mit «Blaubart». Nein, nicht dem berühmten von Bartók, sondern dem zu Unrecht vernachlässigten aus Offenbachs Feder. Michael Quast hatte ihn für sich selbst und einen Pianisten bearbeitet, und er beeindruckte damit nicht nur Publikum und Presse, sondern auch die Frau, «die alles kann, außer langweilen» – so die...
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der bei Redaktionsschluss (13.4.) als Präsenzvorstellung geplanten oder als Stream angekündigten Premieren und Aufführungen des Monats Mai 2021. Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link: www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
ML =...
In den 80er- und 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts haben Rück- und Seitenlichtkonzepte, die im Bühnenbild teilweise absurde Einschnitte («Lichtschießscharten») erforderten, eigentlich geschlossene Raumkonzepte torpediert. Seither habe ich mir angewöhnt, einen «gedeckelten» Raum so zu akzeptieren, wie er vielleicht gemeint ist. Dabei habe ich mich, wie ich...
