Die Kunst bleibt
Für Leoncavallos «Zazà» hat sich im vergangenen Sommer bereits Mark Elder mit seiner Opera rara-Einspielung starkgemacht – der Verismo-Vierakter (1900) war nach einem beachtlichen internationalen Anfangserfolg in den 1920er-Jahren aus der Mode gekommen. Jetzt zeigt Opera Holland Park in London, dass die Künstleroper mehr ist als eine «Traviata» zweiter Klasse. Erzählt wird das Schicksal der temperamentvollen Sängerin Zazà, die mit Milio anbändelt und sich eine Weile im siebten Himmel wähnt. Was sie nicht ahnt: Er ist verheiratet.
Als Ex-Lover Cascart ihr die Augen öffnet, fährt sie nach Paris, wo sie Milios Tochter Totò begegnet. Während das Kind Klavier übt (was Leoncavallo geschickt in die Komposition einbezieht), wird Zazà klar, dass sie verzichten muss. Später stellt sie Milios Liebe mit der Behauptung auf die Probe, sie hätte seiner Frau alles erzählt ...
Während die Stückwahl so mutig ist, wie man es von der OHP kennt, geht es auf der breiten Bühne bodenständig zu – es wird solide erzählt statt groß gedeutelt. Regisseurin Marie Lambert und Bühnenbildnerin Alyson Cummins reihen links und rechts von Zazàs chaotischer Garderobe Nebenschauplätze auf, damit auch die Zuschauer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Panorama, Seite 68
von Wiebke Roloff
Frau Rebeka, Sie haben unter anderem in Pesaro studiert. Kommt man damit automatisch zu Rossini?
Nein. Ursprünglich wollte ich niemals Rossini singen. So viele Noten! So komplizierte Verzierungen! Rossini ist trotzdem ein Schicksalskomponist für mich. Meine erste Bühnenerfahrung war in Parma ein «Barbiere di Siviglia» für Kinder. Ich wusste, dass die Accademia in...
23. Juli
Ankunft in Bayreuth bei strömendem Regen. Der Grüne Hügel aufgeräumt und autofrei. Hinter dem Festspielhaus Ü-Wagen dicht an dicht, die Eröffnungspremiere am übernächsten Tag wird live übertragen: Die zuletzt ein wenig matt gewordene Marke Bayreuth soll wieder an Glanz gewinnen. Zunächst, so scheint es, vor allem durch Qualität. Damit sie hörbar wird, hat...
Drei Mozart-Opern hat der Verein «Zuflucht Kultur» seit 2014 auf die Bühne gebracht. Mit Profis aus Deutschland – und Flüchtlingen aus Syrien, Nigeria, Afghanistan sowie vier weiteren Ländern. «Bei uns», sagt die Sängerin Cornelia Lanz, «wird Mozarts Musik von Monologen und internationalen Klängen unterbrochen. Wir bauen arabische Melismen ein oder ein afghanisches...
