Die Kraft des Schicksals
Ihre Augen funkeln wie glühende Kohlen, krampfhaft zucken ihre Hände, die Haare stehen zu Berge, der Wahnsinn scheint ihr Pate. Buryja, die Küsterin, quält sich mit ihrer Schuld, peinigt sich in der Hoffnung, dass Jenufas Hochzeit rasch und reibungslos über die Bühne gehen möge.
Eindringlich verkörpert Dalia Schaechter die Rolle der Küsterin Buryja, nicht nur am Beginn des dritten Aktes, wenn sie sich wie verhext im Krankenbett hin- und herwirft. Jede Geste, jeder Blick, jeder Ton, alles an ihr wirkt leidenschaftlich, lebensnah.
Schaechter singt und spielt keine kühle Planerin, sondern eine emotional überbordende Figur. Sie zeigt das permanente Schwanken zwischen kühlem Verstand und Delirium, Zufallsglück und Schicksalskraft. Weder der gewaltige Tonumfang dieser Partie noch die dynamischen und rhythmischen Tücken können Schaechters spontanem und bestechend realistischem Figurenporträt etwas anhaben.
Kölns Oper darf aufatmen. Mit Katharina Thalbachs Inszenierung von Janáceks «Jenufa» ist endich einmal wieder ein großer Wurf gelungen. Das Publikum harrte am Ende lange aus, um gebührend zu klatschen. Thalbach entwickelt eine spannende, jederzeit durchdachte und detailliert auf Libretto ...
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Ein schöneres Geschenk hätte sich Bernard Foccroulle zum Ende seiner fünfzehnjährigen Intendanz am Théâtre de la Monnaie kaum wünschen können: Strawinskys mozartisch luftiger, parodistisch buntscheckiger Operngimmick «The Rake’s Progress» als fulminantes Zaubertheater. Für diesen im besten Sinne unterhaltsamen Abend war Robert Lepage verantwortlich, der als...
«In Osten wob ich. In Westen wand ich». Klingt nach Wagner. Stimmt auch. Das Zitat stammt aus der Kompositionsskizze zu «Siegfrieds Tod» von 1850. Bereits für ihr Weimarer «Rheingold» hatten Regisseur Michael Schulz und Dramaturg Wolfgang Willaschek aus dem Fragment Stoff für einen Prolog gewonnen. Vor Beginn der «Walküre» nun wird die Vorgeschichte der Oper stumm...
