Die Kraft des Schicksals
Ihre Augen funkeln wie glühende Kohlen, krampfhaft zucken ihre Hände, die Haare stehen zu Berge, der Wahnsinn scheint ihr Pate. Buryja, die Küsterin, quält sich mit ihrer Schuld, peinigt sich in der Hoffnung, dass Jenufas Hochzeit rasch und reibungslos über die Bühne gehen möge.
Eindringlich verkörpert Dalia Schaechter die Rolle der Küsterin Buryja, nicht nur am Beginn des dritten Aktes, wenn sie sich wie verhext im Krankenbett hin- und herwirft. Jede Geste, jeder Blick, jeder Ton, alles an ihr wirkt leidenschaftlich, lebensnah.
Schaechter singt und spielt keine kühle Planerin, sondern eine emotional überbordende Figur. Sie zeigt das permanente Schwanken zwischen kühlem Verstand und Delirium, Zufallsglück und Schicksalskraft. Weder der gewaltige Tonumfang dieser Partie noch die dynamischen und rhythmischen Tücken können Schaechters spontanem und bestechend realistischem Figurenporträt etwas anhaben.
Kölns Oper darf aufatmen. Mit Katharina Thalbachs Inszenierung von Janáceks «Jenufa» ist endich einmal wieder ein großer Wurf gelungen. Das Publikum harrte am Ende lange aus, um gebührend zu klatschen. Thalbach entwickelt eine spannende, jederzeit durchdachte und detailliert auf Libretto ...
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Die Pressekonferenzen des derzeitigen Direktors der Wiener Staatsoper haben stets etwas von Kabarett. Ioan Holenders Kommentare zur österreichischen Kulturpolitik – etwa zum Ende März veröffentlichten neuen Kulturbudget – lassen an Schärfe nie zu wünschen übrig. «Zehn Millionen Mehrbedarf mindestens hat man ausgerechnet für alle drei Häuser, und jetzt sind es...
«Tornato è maggio da eterno viaggio»: Wie romantisch, sich diese Mai-Serenata aus Umberto Giordanos Oper «La cena delle beffe» als Inspirationsquelle des Maggio Musicale Fiorentino vorzustellen, zumal Giordanos Verismo-Perle von 1924 im prachtvollen Florenz Lorenzo Magnificos spielt. Nach Gründung des Florentiner Orchesters 1928 besteht der von Vittorio Gui...
«Nichts dazu sage ich», sind die ersten Worte des Königs Arkel. «Ich weiß nicht, was ich sage... Ich weiß nicht, was ich weiß... Ich sage nicht mehr, was ich will...», spricht die sterbende Mélisande. Es ist eine geheimnisvolle Welt des Schweigens, eine archetypische Traumwelt symbolbefrachteter Räume, in der Debussys einzige vollendete Oper «Pélleas et Mélisande»...
