Die Kraft des Schicksals

Köln, Janácek: Jenufa

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Ihre Augen funkeln wie glühende Kohlen, krampfhaft zucken ihre Hände, die Haare stehen zu Berge, der Wahnsinn scheint ihr Pate. Buryja, die Küsterin, quält sich mit ihrer Schuld, peinigt sich in der Hoffnung, dass Jenufas Hochzeit rasch und reibungslos über die Bühne gehen möge.
Eindringlich verkörpert Dalia Schaechter die Rolle der Küsterin Buryja, nicht nur am Beginn des dritten Aktes, wenn sie sich wie verhext im Krankenbett hin- und herwirft. Jede Geste, jeder Blick, jeder Ton, alles an ihr wirkt leidenschaftlich, lebensnah.

Schaechter singt und spielt keine kühle Planerin, sondern eine emotional überbordende Figur. Sie zeigt das permanente Schwanken zwischen kühlem Verstand und Delirium, Zufallsglück und Schicksalskraft. Weder der gewaltige Tonumfang dieser Partie noch die dynamischen und rhythmischen Tücken können Schaechters spontanem und bestechend realistischem Figurenporträt etwas anhaben.
Kölns Oper darf aufatmen. Mit Katharina Thalbachs Inszenierung von Janáceks «Jenufa» ist endich einmal wieder ein großer Wurf gelungen. Das Publikum harrte am Ende lange aus, um gebührend zu klatschen. Thalbach entwickelt eine spannende, jederzeit durchdachte und detailliert auf Libretto ...

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Opernwelt Juni 2007
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Christoph Vratz

Vergriffen
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