Die große Ernüchterung
Herr Schindhelm, Sie haben vor kurzem öffentlich erklärt, dass die Berliner Opernhäuser die bis 2009 vorgeschriebenen Einsparungen nicht erbringen können. Was hat Sie zu diesem dramatischen Schritt veranlasst, obwohl bis zum Stichtag noch drei Jahre Zeit sind?
In den Planungen liegt das Jahr 2008 bereits hinter uns – und wir wissen nicht, wie wir es bezahlen sollen.
Sobald ich den zu erwartenden Fehlbetrag einigermaßen sicher auf sieben bis neun Millionen Euro prognostizieren konnte, hielt ich es für meine Pflicht, die Öffentlichkeit und die Politik über dieses Problem zu informieren. Hätte ich damit bis nach den Berliner Wahlen im Herbst gewartet, wäre mir doch der Vorwurf gemacht worden, das Problem unter den Teppich zu kehren.
Aber war die Krise nicht schon absehbar, als Sie vor einem Jahr Ihr Amt als Direktor der Opernstiftung antraten? Die Etatabsenkung von fast siebzehn Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren war doch bekannt.
Sie dürfen nicht vergessen, dass wir uns hier einer Aufgabe stellen, mit der niemand von uns Erfahrungen gemacht hat. Als die Opernstiftung vor zweieinhalb Jahren beschlossen wurde, ging es darum, die drei Häuser überhaupt erstmal zu retten. Das Konzept ...
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