Die größte Barriere ist der erste Besuch
Die jüngste Produktion des Theaters für Niedersachsen musste unmittelbar vor der Premiere abgesagt werden. Ein ehrgeiziges Projekt: Die Barockspezialistin Sigrid T’Hooft hatte für Hildesheim Reinhard Keisers «Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus» inszeniert. Vor wenigen Jahren kursierten noch Schließungsgerüchte um das 600-Plätze-Haus. Dann machte es durch gelungene Entdeckungen auf sich aufmerksam. Seit Florian Ziemen 2017 als Operndirektor und Generalmusikdirektor antrat, hat er viele ungewöhnliche Stücke programmiert.
Den Posten des Operndirektors wird er zur kommenden Spielzeit an den neuen Intendanten Oliver Graf abgeben, als GMD aber weiter darum kämpfen, dem Haus ein spannendes Profil zu verleihen.
Herr Ziemen, bereits vor zwei Jahren hat Sigrid T’Hooft bei Ihnen Telemanns «Orpheus oder Die wunderbare Beständigkeit der Liebe» inszeniert. Wie kamen Sie darauf, ein Haus wie Hildesheim mit der szenischen Aufführungspraxis der Barockzeit zu betrauen?
Weil das aufregend ist und besonders. Aufregend, denn wie in der Musik das historische Wissen dem Musizieren viel an Kraft und Vitalität zurückgibt, so kann sich der gleiche Effekt auch auf der Bühne ergeben, wenn ...
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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Michael Stallknecht
Es begann als ein Ding in weiter Ferne. Irgendwo in China. Wir hatten schon früher von solchen Dingen gehört. Von Viren, die auf Menschen überspringen, auf Freiluftmärkten, wo Tiere, von denen wir noch nie gehört hatten, geschlachtet und verkauft wurden. Das hatten wir schon mal gehört. Dann hörten wir etwas anderes. Von Experimenten an Fledermäusen und von einem...
arte
31.05. – 17.40 Uhr
Juan Diego Flórez singt Mozart
Cuvilliéstheater München, 2017
Orchestra La Scintilla, ML: Minasi
Online verfügbar: 30.05.–30.06.
01.06. – 00.30 Uhr
Verdi: Falstaff
Hamburgische Staatsoper, 2020
ML: Kober, I: Bieito, S: Maestri, Sacher, Kovalevska, Brück, Palchykov, Kluge, Martirossian, Kajtazi, Aldrian, Karyazina
Online verfügbar: 30.05.–29.08.
Den Namen Antonio Draghi (1634–1700) nie gehört zu haben, ist keine Schande – und nach dieser Ausgrabung darf man ihn auch sogleich wieder vergessen. Der Italiener kam 1658 als Bassist nach Wien und machte dort als Sänger, Librettist, Komponist, Opernintendant und schließlich seit 1682 als Hofkapellmeister des selbst komponierenden Kaisers Leopold I. Karriere....
