Bühnendämmerung
Die Katastrophe war absehbar. Ignoranz, Inkompetenz, eklatante Versäumnisse, Chaos charakterisieren das Krisenmanagement der amerikanischen Regierung, seit die ersten SARS-CoV-2-Infektionen bekannt wurden. Und Präsident Donald Trump scheint sich nach wie vor mehr um seine Wiederwahl im Herbst als um die Eindämmung einer Pandemie zu sorgen, die zwischen Washington und Seattle, Chicago und Houston Hunderttausende Menschen das Leben kosten könnte. Vor diesem Hintergrund wirken die Anstrengungen Andrew Cuomos, des Gouverneurs von New York, die Verbreitung des Virus u. a.
durch Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zu hemmen, schon fast heroisch. Doch auch in New York, zu Beginn der Infektionswelle das Epizentrum der Seuche in den Vereinigten Staaten, sind geeignete Maßnahmen viel zu spät eingeleitet worden – mit der Folge, dass die Sterberate im Vergleich zu den März-Zahlen der vorausgegangenen Jahre auf ein Vierfaches anstieg.
Für die Theater, Konzerthäuser und Museen der Metropole, tragende Säulen ihrer in beträchtlichem Umfang vom Tourismus beflügelten wirtschaftlichen Prosperität, hieß das: Der Spielbetrieb musste über Nacht auf null heruntergefahren werden. Die Metropolitan ...
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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Focus New York, Seite 25
von David Shengold & Albrecht Thiemann
Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. So lässt sich das Wechselbad der Gefühle zusammenfassen, dem ausgeliefert war, wer unlängst das traditionelle Europakonzert der Berliner Philharmoniker verfolgte. Seit drei Jahrzehnten feiert das 1882 gegründete Orchester am 1. Mai mit diesem Konzert Geburtstag – und die Vision eines föderalen Kontinents, der das Gemeinsame...
Es war eine nette Bekanntschaft, die der weise alte Schauspieler und der junge Pianist gemacht hatten. Unbedingt wollten sie in Kontakt bleiben und sogar gemeinsame Projekte realisieren, was allerdings nicht einfach war, denn der berühmte Schauspieler war für einige Filme engagiert. Doch er, der Pianist, möge ihn oft per Mail erinnern. Und so schlug der 35-jährige...
Die Titel-Nummer steht am Ende: «Morgen» nennt die französisch-dänische Sopranistin Elsa Dreisig ihr neues Album nach dem Lied von Richard Strauss (aus op. 27). Das Lied erklingt nach jenem, dem tröstenden Lerchenabgesang zum Trotz doch sehr im Vagen (Elysium? Nirvana? Nichts?) verbleibenden «Im Abendrot» aus den «Vier letzten Liedern». Die Zeile «Und morgen wird...
